Brasilien: Abholzen für den Papst

Die katholische Kirche in Brasilien bereitete sich auf den Papstbesuch zum "Weltjugendtag" vor, und griff dazu auch zur Motorsäge. 334 Urwaldbäume ließ die Diözese von São Sebastião de Itaipú im Nationalpark Serra da Tiririca fällen, um Platz für eine Messe mit 800 Pilgern zu schaffen.

Der Nationalpark Serra da Tiririca reicht von den Berghängen bis ans Meer Foto: Arley Ramos
Der Nationalpark Serra da Tiririca reicht von den Berghängen bis ans Meer Foto: Arley Ramos

Der zweite Bürgermeister von Niteroi, Axel Grael, erklärte dazu, dass die Kirche nicht einmal eine Genehmigung zur Entwaldung der Zone nahe Rio de Janeiro bei den zuständigen Behörden beantragt hätte.

 

"Es handelt sich um ein Reststück des bedrohten Regenwaldes", so der Politiker. "Dieser Vorfall ist bedauerlich. Eine Veranstaltung für junge Menschen sollte Bildungscharakter haben und Engagement für die Umwelt zeigen. Diese Rodungen sind ein krimineller Akt", sagt Grael gegenüber der brasilianischen Zeitung O Globo.

 

Auch Andre Ilha, Biodiversitätsdirektor des Umweltinstituts des Bundesstaates Río de Janeiro, bestätigt die Illegalität der Abholzung. "Wir hätten das niemals genehmigt. Es handelt sich um ein Fragment des sehr bedrohten Atlantischen Küstenregenwaldes. Wir werden die Urheber wegen des Verbrechens anklagen." 

 

Bereits Anfang Juli hatten die Organisatoren des Papstbesuches in dem südamerikanischen Land geplant, am Leme Strand in Rio de Janeiro Kokospalmen zu fällen. Auch dort will das Kirchenoberhaupt eine Messe abhalten. Nur der Protest des Bürgermeisters der Stadt, Eduardo Paes, konnte die Bäume vor der Rodung bewahren.

 

Der 3.500 Hektar große Nationalpark Serra da Tiririca erstreckt sich direkt an der Küste nahe der Stadt Niteroi am gegenüberliegenden Ufer der Bucht von Rio de Janeiro. Der Atlantische Küstenregenwald ist das am meisten bedrohte Ökosystem in Brasilien. Nur noch etwa fünf Prozent der ursprünglichen Fläche sind erhalten.

 

Rettet den Regenwald fordert, dass die Kirche sofort die Abholzungen einstellt und die Gesetze einhält. Die entwaldeten Flächen müssen unverzüglich wieder renaturiert und mit den ursprünglichen Baumarten bepflanzt werden.

 

Quelle: Rettet den Regenwald e. V.

 

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