Sponsoring von politischen Sendungen - Pfui

Der Fernsehsender Phoenix und das öffentlich-rechtliche Hörfunkprogramm Deutschlandfunk laden Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück im Bundestagswahlkampf zu politischen Talkshows ein - nichts Ungewöhnliches, will man meinen. Ungewöhnlich ist allerdings, dass die Gespräche in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Bank stattfinden. Bereits in der Vergangenheit hatte der TV-Sender in seiner Reihe "Politik Forum" Talkshows aus Räumlichkeiten der Bank ausgestrahlt. Die Moderatoren hatten darauf sogar ausdrücklich hingewiesen, das Deutsche-Bank-Logo war deutlich im Bild zu sehen und auch das Sicherheitspersonal und die Bewirtung wurden von dem Geldhaus bezahlt. Dabei ist ein Sponsoring von politischen Sendungen laut Rundfunkstaatsvertrag eindeutig verboten!

Foodwatch hat deshalb den Verstoß gegen das Sponsoringverbot bei den Intendanten der Sender angezeigt. Denn eine unabhängige Berichterstattung und damit die notwendige Kontrolle kommerzieller Interessen sind dadurch in Gefahr. Das gilt auch für Kritik an der unmoralischen Spekulation mit Nahrungsmitteln, mit der die Deutsche Bank auf Kosten der Ärmsten Profite macht.

Der Protest von foodwatch zeigte unmittelbar Erfolg: Phoenix und Deutschlandfunk betonten zwar, es habe nie eine Einflussnahme auf Inhalte gegeben, verzichten jetzt aber dennoch darauf, das Logo und den Namen der Deutschen Bank zu zeigen oder die Kooperation in der Sendung zu erwähnen. Auch die Catering-Kosten übernimmt nicht mehr das Finanzinstitut.

Ein erster Erfolg. Denn ohne kritische und unabhängige Medien wird es nicht gelingen, Hungermacher wie die Deutsche Bank zu stoppen. Wir brauchen eine breite, kritische Debatte in der Gesellschaft über die umstrittenen Nahrungsmittelspekulationen. Und wir brauchen den Protest von uns Bürgerinnen und Bürgern! Daher: Bitte helft uns und unterzeichnet die E-Mail-Protestaktion. Fordert jetzt die Deutsche Bank zum Ausstieg aus der Zockerei mit Nahrungsmitteln auf:

 

www.foodwatch.de/aktion-deutschebank

 

Zwar buhlen jetzt auch die Parteien mit dem Thema Nahrungsmittelspekulation um Stimmen, und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück fordert gar ein Verbot der Spekulation mit Nahrungsmitteln und anderen Rohstoffen. Doch die Hunger-Geschäfte können national nicht verhindert werden, sondern müssen mindestens auf europäischer Ebene eingedämmt werden. Das wissen Herr Steinbrück und Co. natürlich genau. Aber ohne öffentlichen Druck werden unsere Politiker in Brüssel nicht aktiv - das erfahren wir in unserer Arbeit leider täglich. Deshalb geht unser Protest weiter: Wir lassen nicht locker und fordern die Deutsche Bank als größte deutsche Investmentbank auf, endlich die Wetten auf Nahrungsmittelpreise zu beenden.


Quelle: Foodwatch-Newsletter

 

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