Gebetsaufruf: Friedensgebet für Syrien, am Samstag, 7. Sept. 2013

"Schrei nach Frieden"

Müssen Kriege noch sein? Eindeutig: Nein! Wenn ich mir überlege, man würde die ganze Energie, die man dafür aufwendet einen Krieg anzuzetteln und am Laufen zu halten, in Konfliktlösungen stecken, dann gäbe es keine Kriege mehr. Wir haben so viele Erfahrungen gemacht und doch nichts daraus gelernt, außer unsere Kriegstechniken zu verbessern und die Strategien zu verfeinern, damit sich so wenig wie möglich Soldaten die Finger dreckig machen und soviel wie möglich unschuldige Menschen dabei ums Leben kommen. Ein Krieg ist also mit Sicherheit nicht notwendig, sondern nur profitabel. Aber was soll man auch tun, wenn man, wie die USA, permanent vor dem Bankrott steht? Die Kriegsmaschinerie hält das Rädlein am Laufen.

 

Es gibt mehrere Möglichkeiten sich einzumischen, in die Kriegstreibereien der Strippenzieher. Eine davon ist sicher der Protest auf der einen Seite, aber eine viel effektivere Möglichkeit ist der Zusammenschluss von Energien, die sich vollständig auf den Frieden in einem Gebiet konzentrieren.

Kölner Erzbischof ruft zur Gebetskette für Syrien auf

Foto: pfarre-horn.at
Foto: pfarre-horn.at

Alle sind aufgerufen: Gläubige aller Religionen und sogar Nichtgläubige

Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner lädt alle Bundesbürger zum Friedensgebet für Syrien ein. Alle sollten am Samstag der vom Papst ausgerufenen Gebetskette folgen. Franziskus hatte einen "Schrei nach Frieden" gefordert.

 

"Unsere Kraftlosigkeit scheint immer dann am größten, wenn es darum geht, Streit und Krieg zu beenden und den Hass zu überwinden", sagte der Kölner Erzbischof. "Bitten wir also Christus, der allen Hass überwunden hat und uns dadurch Kraft schenken will, damit wir in seinem Geiste Frieden schaffen."

 

In Kreuzberg wie in Rom

 

In Berlin ruft Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki ausdrücklich auch nichtreligiöse Menschen zum vom Papst ausgerufenen weltweiten Gebetstag für Syrien ein. "Zünden Sie eine Kerze an für den Frieden in der Welt, schicken Sie den Menschen in den Kriegsgebieten Ihre guten Gedanken", so Woelki in einem vorab veröffentlichten Beitrag für den RBB-Hörfunk. "Lassen Sie sich ein auf ein Netz von Friedensinitiativen, das alle Frauen und Männer guten Willens verbindet - die Muslima in Kreuzberg genauso wie den Papst in Rom."

 

Papst Franziskus hatte beim Angelusgebet in eindringlicher Weise auf das Leid der Menschen in Syrien aufmerksam gemacht. "Mit leidvoller Sorge verfolge ich die vielen Konfliktsituationen auf dieser unserer Erde. Doch in diesen Tagen geht mir besonders schmerzlich ans Herz, was in Syrien passiert. Ich ängstige mich angesichts der dramatischen Entwicklungen, die bevorstehen ", sagte Papst Franziskus zu den Versammelten auf dem Petersplatz.

 

"Der Schrei nach Frieden erhebe sich laut"

 

Er lud alle Christen, die Mitglieder der anderen Religionen und die Menschen guten Willens dazu auf, sich dem Friedensgebet am Samstag anzuschließen: "Der Schrei nach Frieden erhebe sich laut, auf dass er die Herzen aller erreiche; auf dass alle die Waffen niederlegen und sich leiten lassen von der Sehnsucht nach Frieden."

 

In den USA wächst inzwischen die Unterstützung für einen Militärschlag gegen Syrien. Der außenpolitische Ausschuss des US-Senats spricht sich für eine begrenzte Militäroperation aus. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon ruft unterdessen die internationale Gemeinschaft zu neuen Anstrengungen für eine politische Lösung im Syrien-Konflikt auf. Auch Papst Franziskus rief zu weiteren Dialogbemühungen auf: "Niemals wird der Gebrauch der Gewalt zum Frieden führen. Krieg weckt Krieg, Gewalt weckt Gewalt!"

 

Der Bürgerkrieg in Syrien tobt seit mehr als zwei Jahren. Nach UN-Angaben sind bereits zwei Millionen Menschen ins Ausland geflohen. Zudem gebe es 4,25 Millionen Binnenflüchtlinge.

Der Papst selbst will am Samstag auf dem Petersplatz eine Gebetswache für Frieden in den Krisenherden der Welt, vor allem in Syrien, leiten. Das Treffen beginnt nach Vatikanangaben um 19.00 Uhr und dauert bis 23.00 Uhr.

Quelle: domradio.de

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Kommentare: 1
  • #1

    Rudi kemmer (Samstag, 07 September 2013 13:52)

    Es gibt keinen Weg zum Frieden - Frieden ist der Weg von Martin Luther King

    Ich unterstütze die Position der Friedensbewegung und der Kirche gegen einen Militärschlag und für stärkere Anstrengungen für Dialog und Beendigung aller Gewalt mit dem Ziel eines demokratischen Politischen Neubeginnes.

    Rudi kemmer, rudie.kemmer@t-online.de bei pax christi, Bistum Trier