Indien: Todesstrafe für Vergewaltiger

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll, denn eigentlich bin ich gegen die Todesstrafe. Mir wäre lieber, die Täter würden lebenslang eingesperrt, würden ihre Tat bereuen und ihren Landsmännern klarmachen, dass man keinem anderen ein Leid zufügt. Aber da diese Vorstellung Utopie ist, können wir sie gleich verwerfen.

 

Dass die Todesstrafe eine Abschreckung für weitere grausame Taten ist, mag ich auch bezweifeln, die Erfahrung aus den USA hat gezeigt, dass die Todesstrafe noch niemanden abgeschreckt hat. Wenn sich ein Täter im Rausch befindet, dann kann ihn nichts mehr abschrecken, weil er in dem Moment ja nicht an die Konsequenzen denkt, sondern nur seine Aggressionen und Wut rauslässt. Offensichtlich ist auch, dass es sich hierbei um ein gesellschaftliches Problem handelt, welches man an der Wurzel packen muss. Die Diskriminierung von Frauen in Indien hat eine lange Tradition, wir wissen von Massentötungen bei neugeborenen Mädchen, die Gründe dafür sind verschieden. Was also tun?

 

Annette und Rüdiger Nehberg haben sich der weiblichen genitalen Verstümmelung in den Gebieten, wo diese aus Tradition seit tausenden von Jahren durchgeführt wird, angenommen. Auch Waris Dirie, eine Betroffene hat es geschafft, sich in den Westen durchzuschlagen und die Verstümmelung publik zu machen, mit ihrem Buch Wüstenblume. Für Waris Dirie war dies sicher ein befreiender Akt, nur leider hat weder Film noch Buch dazu geführt, dass die Verfechter der Verstümmelungen davon Wind bekamen. Die Empörung darüber fand nur hier im Westen statt. Allerdings hat das Buch dazu geführt, das Annette und Rüdiger Nehberg darauf aufmerksam wurden und die Organisation TARGET gegründet haben. Sie gingen vor Ort und sprachen mit den Menschen, die für den Erhalt der Tradition verantwortlich sind. Wer mehr darüber wissen will, soll sich das Buch "Karawane der Hoffnung" durchlesen - ein sehr gutes Buch!

 

So etwas braucht Indien. Es kann nicht sein, dass ein bekannter Guru die Meinung vertritt, die Mädchen wären selbst schuld an diesem Dilemma. Genau diese Leute muss man packen und ihnen ordentlich den Kopf waschen.

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