Protestaktion: Riesige Biodieselraffinerie für Palmöl bedroht Regenwald

Biosprit in der EU

 

Die EU schreibt vor, dass bis 2020 zehn Prozent des Energieverbrauchs im Transportsektor aus erneuerbaren Energien stammen müssen. Damit soll angeblich das Klima geschont werden. In der Praxis handelt es sich fast ausschließlich um so genannten Biokraftstoff. Andere regenerative Energiequellen können nur einen sehr geringen Beitrag leisten.

 

Trotz der Abholzung der Regenwälder hat die EU Biodiesel aus Palmöl als nachhaltig produziert eingestuft. Die Umweltfreundlichkeit des Kraftstoffs sollen so genannte Zertifikate wie der Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO) garantieren. Doch die Siegel sind wirkungslos und ein Etikettenschwindel. 

 

Die Folgen der Palmölproduktion

 

Palm- und Sojaöl sind die billigsten Pflanzenöle auf dem Weltmarkt. Die beiden südostasiatischen Länder sind mit einem Weltmarktanteil von fast 90 Prozent die beiden größten Palmölproduzenten – und zugleich auch die größten Regenwaldvernichter. Für immer neue Ölpalmplantagen werden die Regenwälder abgeholzt, um die ständig steigende Nachfrage nach dem tropischen Öl zu decken.

 

Aber auch die Menschen werden oft gewaltsam von ihrem Land vertrieben, um Platz für den Agrospritanbau zu machen. Landkonflikte sind die Folge.

 

Die Produktion von Agrosprit ist mit enormen Umweltauswirkungen verbunden. Große Mengen an Wasser, Düngemitteln, Pestiziden und Energie sind zur Bestellung der Monokulturen, Ernte, Transport, Lagerung und die Herstellung des Pflanzenkraftstoffs aus den Agrarrohstoffen notwendig.

 

Von der EU-Kommission beauftragte wissenschaftliche Studien bescheinigen der Energie vom Acker katastrophale Resultate. Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl hat danach eine schlechtere Klimabilanz als fossiler Diesel aus Erdöl.

 

Eigentlich müsste die EU also Biodiesel sofort verbieten. Doch die Produktion von Biosprit ist ein Milliardengeschäft einschließlich üppiger Subventionen und Steuervergünstigungen. Die Agrarindustrie hat daher alle Mittel und Hebel in Bewegung gesetzt, um das zu verhindern. Eni ist das größte Unternehmen Italiens und eines der profitabelsten Europas.

 

Zahlen zum EU Biodiesel

 

Das auf Kosten der Regenwälder produzierte Palmöl macht in Italien schon jetzt über ein Drittel des Biodiesels aus, wie Laboranalysen von Greenpeace ergaben.

 

Rohstoffe für die Produktion von EU "Biodiesel" (Gesamtmenge ca. 9,4 Millionen Tonnen) 2012
Rapsöl 5,4 Mio t (= 57%)
Palmöl 1,9 Mio. t (= 20%)
Sojaöl 0,5 Mio. t (= 5,3%)
Sonnenblumenöl 0,1 Mio. t (= 1,1%)
Talg und Fett (Schlachtabfälle) 0,5 Mio. t (= 5,3 %)
Abfall- und Recyclingöle („Frittierfett") 1 Mio. t (= 10,6 %)

 

Palmölverbrauch für „Biodiesel" in der EU
2006: 0,4 Mio. t
2012: 1,9 Mio. t
Zunahme 365%

 

Quelle: Rettet den Regenwald e. V.

 

Hier geht`s zur Protestaktion: 180.000 Hektar Regenwald von Ölkonzern bedroht


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