Kommt bald die Plastiktüten-Steuer?

Es gibt sinnlose und sinnvolle Steuern. Eine durchaus sinnvolle Steuer wäre die Plastiktüten-Steuer. Jeder Deutsche verbraucht nämlich ca. 65 (!) Tüten im Jahr, jeder Ire 18 und jeder Däne nur 4. Das ist einfach zuviel.

 

Und wie bekommt man die Verbraucher dazu, bewusster damit umzugehen: In dem man an ihren Geldbeutel geht. Das ergibt dann Sinn, wenn ich sehe, dass sich manche Kunden im Supermarkt eine riesen Tüte kaufen, für gerade mal vier oder fünf kleine Artikel und sobald diese ausgepackt sind, landet die Tüte im Müll oder in der Natur. Eine Steuer in angemessener Höhe würde dem ein Ende setzen. Allerdings muss diese Steuer wirklich so hoch sein, dass es sich der Kunde zweimal überlegt, ob er sich eine Tüte kauft bzw. diese nach dem Einkauf einfach wegwirft. Es sollte richtig wehtun. Für die wenigen kleinen Artikel, könnte der Supermarktbetreiber kleine Papiertüten aus Recyclingpapier anbieten - kostenlos. Und bei großen Einkäufen kann sich der Kunde vorher schon mit Taschen eindecken, denn er weiß ja, dass er einkaufen geht.

 

NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller sagt dazu: „Wir rufen daher die Bundesregierung und das EU-Parlament dazu auf, den Vorschlag der EU-Kommission zu unterstützen. Dabei ist wichtig, dass auch Deutschland mehr als bisher tut.“ Man sieht, die EU möchte, aber Deutschland steckt mal wieder den Kopf in den Sand, obwohl wir Deutschen sonst immer sehr schnell sind, im Einführen von Steuern. Welcher Lobby wird hier wieder in den Allerwertesten gekrochen? Der Plastiktüten-Lobby? Gibt es so etwas überhaupt? Sicher gibt es so etwas. Schließlich werden Plastiktüten aus Erdöl hergestellt und wenn man die Menge betrachtet, die hergestellt wird, dann ist das durchaus ein profitabler Wirtschaftszweig.

 

Ein weiteres, vielleicht noch gravierenderes Problem, ist die kostenlose Abgabe von Plastiktüten, unter dem Vorwand der Kundenfreundlichkeit. Gerade in Osteuropa werden Plastiktüten geradezu verschleudert. Nicht nur in Osteuropa, auch in anderen Ländern der Welt. Die Türkei, zum Beispiel, ist ein wahres Plastiktüten-Paradies. Da liegen Plastiktüten, zum Greifen nahe, an jeder Kasse. Da darf sich der Kunde auch mal zwei oder drei Tüten mehr mitnehmen.

 

Nach der Gurken-Verordnung, der Bananen-Verordnung und anderen schwachsinnigen Verordnungen, können die EU-Staaten, mit einem geringen Aufwand, auch mal eine sinnvolle Verordnung auf den Weg bringen. Vielleicht ziehen die anderen Länder dann hinterher, das wäre ein ganz großer Schritt für die Umwelt.

 

Quellen:

 

Plastiktüten adé – Deutschland kann Verbrauch erheblich reduzieren

 

EU und Lobby ringen Verbot von Plastiktüten nieder


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