Sechs Zirkus-Tiger aus Deutschland sind jetzt in Südafrika

Das ist doch mal eine gute Nachricht:

 

VIER PFOTEN hat am Montag (4. November) sechs Tiger aus dem deutschen Zirkus „Starlight Fischer“ übernommen und vom hessischen Weilburg in das Großkatzenrefugium LIONSROCK in Südafrika gebracht.

 

Die Tiere haben den langen Flug von Frankfurt am Main bis Johannesburg gut überstanden und erkunden derzeit ihr neues naturnahes Zuhause ohne Gitter und unter freiem Himmel. Die erste Zeit in LIONSROCK verbringen sie in einem  Eingewöhnungsgehege.

 

Die sechs Tiger Khan, Radja, Douglas, Shir-Khan, Prinz und Pascha wurden in deutschen Zirkussen geboren und kamen als Jungtiere zum Zirkus Starlight. Vier von ihnen traten zunächst noch in der Manege auf. Die Vorführungen wurden jedoch eingestellt, als die Großkatzen ausgewachsen waren. Seitdem wurden sie in Gruppen von zwei und vier Tieren in zwei Zirkuswagen auf maximal 25 Quadratmetern mitgeführt. Zudem stand ihnen manchmal ein Wagen mit Badebecken zur Verfügung. An den Gastspielorten teilten sie sich abwechselnd ein kleines Außengehege.

 

„Diese Bedingungen waren alles andere als artgemäß und lagen unterhalb der geltenden Mindestanforderungen“, erklärt Wildtierexperte und Biologe Thomas Pietsch von VIER PFOTEN, der den Transport der Großkatzen begleitete. „Tiger in menschlicher Obhut brauchen riesige, reich strukturierte Gehege mit Rückzugsräumen und Deckung für alle Tiere, großzügigen Badegelegenheiten und erhöhten Plätzen oder Baumstämmen zum Klettern, Liegen und Kratzen. Fahrende Zirkusunternehmen können diese Bedingungen nicht bieten. Die Betriebe wechseln ständig den Ort, deshalb sind die Verhältnisse in den Käfigwagen und den transportablen Außengehegen extrem beengt.“

 

Nach monatelangen Gesprächen konnten die Wildtierexperten von VIER PFOTEN und das zuständige Veterinäramt Groß-Gerau den Zirkus davon überzeugen, die Tiere freiwillig in die Obhut der Tierschutzorganisation zu übergeben. „Wir freuen uns sehr, dass der Zirkus eine Entscheidung im Sinne der Tiere getroffen hat“, betont Thomas Pietsch. „Und wir fordern andere Zirkusse auf, diesem positiven Beispiel zu folgen.“

 

Doch einen Wermutstropfen gibt es. Der Zirkus Starlight behält seinen siebten Tiger, die gut zweijährige Zaila. „Sie wurde per Hand aufgezogen und tritt derzeit noch in der Manege auf“, berichtet Thomas Pietsch. „Leider konnten wir den Zirkus bisher nicht überzeugen, uns auch Zaila zu überlassen, doch wir hoffen, dass ihr Besitzer auch sie bald in unsere Obhut gibt.“

 

Etwa 100 Tiger leben in deutschen Zirkussen

 

Geschätzte 200 Großkatzen, davon etwa 100 Tiger, fristen in deutschen Zirkussen ein trauriges Dasein. Die Wildtierhaltung in Zirkussen steht in Deutschland seit langem in der Kritik. Nicht domestizierte Tierarten wie Elefanten, Giraffen, Großkatzen usw. können in fahrenden Zirkusbetrieben in keiner Weise ihren arteigenen Bedürfnissen entsprechend gehalten werden. Darin sind sich Wissenschaftler, Bundestierärztekammer, eine große Mehrheit der Bundesländer und nicht zuletzt die deutsche Öffentlichkeit einig. Der erfolgreiche Transport zeigt beispielhaft, dass Lösungen für Zirkusse mit Wildtieren möglich sind. „Wir nehmen die Überführung zum Anlass, von der kommenden Bundesregierung ein gesetzliches Verbot für Wildtiere im Zirkus zu fordern. Dieser Punkt muss im Koalitionsvertrag festgeschrieben werden“, fordert Thomas Pietsch.

Die sechs Tiger aus dem Zirkus Starlight dürfen in einigen Wochen aus dem Eingewöhnungsgehege in ihr endgültiges Zuhause einziehen. Im 1.250 Hektar großen LIONSROCK nahe der Stadt Bethlehem leben mit den Neuankömmlingen insgesamt 82 gerettete Löwen und 14 Tiger sowie Zebras, Gnus, Pferde und Antilopen.

 

Quelle: vier-pfoten.de


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Kommentare: 2
  • #1

    Traumfaenger71 (Freitag, 15 November 2013 16:04)


    Schönes Bild! Schöne Geschichte - auf jeden Fall - obwohl Tiger ja nicht in Afrika beheimatet - immerhin besser als in einem engen Zirkuswagen hinter Gittern eingepfercht.

    Hoffe sie finden sich rasch zurecht im neuen Lebensraum!

  • #2

    maras-welt (Freitag, 15 November 2013 17:27)


    Das finde ich auch, Hauptsache nicht mehr eingesperrt. So richtig wild können die eh nicht mehr leben, die muss man füttern und immer beobachten.

    Aber es ist ein Anfang :-)