Für seine Widersacher muss Papst Franziskus jetzt viel beten


Hieronymus Bosch (1450–1516): Die Sieben Todsünden; in den Ecken: Die vier letzten Dinge
Hieronymus Bosch (1450–1516): Die Sieben Todsünden; in den Ecken: Die vier letzten Dinge

Dieser Papst ist so manchem Kirchenoberhaupt ein Dorn im Auge. Jetzt ist Schluss mit den sieben Todsünden, die da wären:

 

Superbia

Hochmut (Eitelkeit, Stolz, Übermut)

Avaritia

Geiz (Habgier)

Luxuria

Wollust (Ausschweifung, Genusssucht, Begehren)

Ira

Zorn (Wut, Rachsucht)

Gula

Völlerei (Gefräßigkeit, Maßlosigkeit, Selbstsucht)

Invidia

Neid (Eifersucht, Missgunst)

Acedia

Faulheit (Feigheit, Ignoranz, Trägheit des Herzens)

 

Eigentlich möchte der Papst nur wieder zu den Eckpfeilern des Christentums zurück, denn in der katholischen Kirche kursierten die Todsünden wie nirgendwo anders. Es wurde Wasser gepredigt und Wein getrunken. Das Vor-Bild Jesu hing halt da so am Kreuz herum, als coole Deko.

 

Schauen wir uns mal die erste Todsünde an: Der Hochmut, welcher Eitelkeit, Stolz und Übermut miteinschließt. Alleine die Kleidung der Kirchenoberhäupter spiegelt den Hochmut wider. Mit welch einem Prunk Prozessionen abgehalten werden und mit welchem Stolz sie durch die Straßen ziehen, das hat für mich schon lange nichts mehr mit Bescheidenheit zu tun. Zwar sind die Köpfe gesenkt, aber dieses Gefühl, durch eine Menschenmenge zu wandeln und von allen bestaunt zu werden, das muss so manch einen richtig stolz machen. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass die eine oder andere Mutter zu ihrem Sohn sagt: "Ach, Junge, du hast es geschafft. Ich bin ja so stolz auf dich!". Man muss nur mal beobachten, was für ein Aufwand betrieben wird, wenn ein Bischof eine seiner Gemeinden besucht. Und da soll man nicht von Hochmut sprechen dürfen?

 

Geiz, also Habgier, möchte der Papst auch abschaffen. Schluss mit der Geldwäsche und dem Horten von Besitztümern. Zurück zur Bescheidenheit und Großzügigkeit. Mensch, Franziskus, das kannst Du doch nicht bringen! Wo bleibt denn da noch der Anreiz, der Ansporn, ein bestimmtes Bistum zu beherrschen? Das ist doch so was wie die Managerebene. Wer möchte schon ewig ein Priester bleiben? Da ist die ganze Mühe ja umsonst, wenn Du auf einmal alle gleichstellst. Wenn Du keine Unterschiede mehr machst, wohin soll man dann die ganzen schwarzen Schafe hinversetzen? Das war immer so geschickt, wenn man z. B. einen Pädophilen oder einen Unbeugsamen strafversetzen konnte. Es wäre geradezu lustig mitanzusehen, wenn man Bischof Tebartz-van Elsts bescheiden geplante Begegnungsstätte fertigstellen lässt und er dann seinen Hut nehmen muss, um einem Dorfpriester Platz zu machen. Das müsste Franziskus echt durchziehen. Aber dadurch würde er nur eine weitere Todsünde hervorrufen, nämlich den Zorn. Wenn er auf einmal die Ausschweifungen (Wolllust) einem seiner Schäfchen verbieten würde, dann wäre dieser mit Sicherheit nicht demütig und gehorsam. Er schiebt ja jetzt schon alles weit weg von sich - die anderen waren`s! Auch keine sehr christliche Einstellung. Das könnte man schon der Faulheit zuordnen. Die Faulheit und Feigheit, Verantwortung für sein Tun zu übernehmen. Andere ins sinkende Boot reinzuziehen, ist ebenso unchristlich. Und wenn er es nicht mit Absicht tat, dann ist er eben dumm. So ist das mit den Todsünden, kaum versieht man sich, steckt man schon mittendrin. Das heißt für mich: er hat der Versuchung nicht widerstanden!

 

Von Neid und Völlerei ist die katholische Kirche bestimmt auch nicht befreit. Wer weiß, was in den einzelnen Köpfen so vor sich geht. Auch da möchte Franziskus aufräumen. Nicht immer nur schauen, wo einer mehr hat oder besser ist, sondern die Aufmerksamkeit auch mal auf die Ausgestoßenen lenken, ihnen Liebe und Anerkennung schenken. Da kann schon mal Neid aufkommen, wenn der Papst einen verkrüppelten oder entstellten Menschen umarmt und ihm Achtung und Respekt erweist. Und was soll das mit den Homosexuellen? Wie kann er die, auf eine Stufe mit christlichen ehrbaren Bürgern stellen? Was haben die, was wir nicht haben? Diese Fragen muss man sich nicht stellen, wenn man jeden einzelnen Menschen als Gottes Kind betrachtet, als eine Einheit und nicht als etwas Getrenntes. 

 

Christ ist, wer tut, was Jesus uns empfohlen hat. Was er empfohlen hat, ist unter anderem nachzulesen in Matthäus, Kapitel 25:

 

"Denn mich hungerte, und ihr gabt mir zu essen; mich dürstete, und ihr gabt mir zu trinken; ich war Fremdling, und ihr nahmt mich auf; nackt, und ihr bekleidetet mich; ich war krank, und ihr besuchtet mich; ich war im Gefängnis, und ihr kamt zu mir. (...) Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, habt ihr mir getan."

 

Christ sein ist, Mitgefühl zu haben, ein offenes Herz zu haben, und zu tun, was im Moment gerade getan werden muss. Es ist einfach und menschlich. Es benötigt keine komplizierten Dogmen, keine Rituale - nur Aufmerksamkeit und Achtsamkeit gegenüber sich selbst und anderen Wesen.

 

(aus Spiriforum.net)

 

Das ist es, was Papst Franziskus tut, er lebt Mitgefühl. Sicher ist aber auch, dass er nicht alles sofort umkrempeln kann. Er muss mit kleinen Schritten voranschreiten - bescheiden und mitfühlend. Denn wenn er wirklich so christlich ist, dann hat er auch Mitgefühl und Verständnis für seine Feinde.

 

Dazu noch so ein cooler Spruch von Jesus:

 

»Euch allen sage ich: Liebt eure Feinde und tut denen Gutes, die euch hassen.

Segnet die Menschen, die euch Böses wünschen, und betet für alle, die euch beleidigen.

 

Wenn jemand dir eine Ohrfeige gibt, dann halte die andere Wange auch noch hin.

Wenn dir einer den Mantel wegnimmt, dann weigere dich nicht, ihm auch noch das Hemd zu geben.

 

Gib jedem, der dich um etwas bittet, und fordere nicht zurück, was man dir genommen hat.

 

So wie ihr von anderen behandelt werden möchtet, so behandelt sie auch.

Oder wollt ihr dafür belohnt werden, dass ihr die Menschen liebt, die euch auch lieben?

Das tun selbst die Leute, die von Gott nichts wissen wollen.

Ist es etwas Besonderes, denen Gutes zu tun, die auch zu euch gut sind?

Das können auch Menschen, die Gott ablehnen.

Was ist schon dabei, Leuten Geld zu leihen, von denen man genau weiß, dass sie es zurückzahlen?

Dazu braucht man nichts von Gott zu wissen.

 

Ihr aber sollt eure Feinde lieben und den Menschen Gutes tun.

Ihr sollt ihnen helfen, ohne einen Dank oder eine Gegenleistung zu erwarten.

Dann werdet ihr reich belohnt werden: Ihr werdet Kinder des höchsten Gottes sein.

Denn auch er ist gütig zu Undankbaren und Bösen.«

(Lukas, Kapitel 6, Vers 27-35)

 

Ich nehm mal an, dass er kräftig am Beten ist, bei so vielen Feinden, die er sich durch seine Reformen gemacht hat. Aber macht nichts, dem stehen weitaus mehr Freunde gegenüber.

 

Meinen Zuspruch hat er und ich wünsche ihm, dass er so bleibt, der Menschheit zuliebe.

 

Und hier noch eine grobe Zusammenfassung des apostolischen Schreibens:


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