Was ist mit dem ZDF los? Ein Interview mit Schulkritiker Prof. Dr. Gerald Hüther


Man mag es schier nicht glauben, aber das ZDF hat doch glatt ein Interview mit dem größten deutschen Schulkritiker, Prof. Dr. Gerald Hüther, geführt und das im allseits beliebten Heute-Journal. Dabei geht es um die Diagnose ADHS. Laut Gerald Hüther, der Neurologe und Hirnforscher ist, gibt es keine Krankheit mit Namen ADHS. Dies sei eine reine Erfindung der Pharma-Industrie.

 

Wir wissen ja, dass unsere Kinder sich einfach nur weiter entwickelt haben, das Schulsystem aber immernoch mit altbackenen Lehrmethoden daherkommt. Was früher galt, gilt heute schon längst nicht mehr, deshalb sind die Privatschulen auch so beliebt.

 

Ich bin sehr gespannt, wann dieses marode und konservative Schulsystem zusammenbricht. Wie viele Kinder müssen noch rebellieren und als krank eingestuft werden, bevor die Gesellschaft aufsteht und sich das nicht mehr gefallen lässt? Gerade für Durchschnittseltern sind die Möglichkeiten sehr begrenzt und man muss schauen, wie man sein Kind gerade so durch die Schulzeit bringt.

 

Hoffen wir, dass sich wenigstens ein paar engagierte Lehrer diesen Beitrag angeschaut und zu Herzen genommen haben. Sie leiden schließlich auch unter dieser Entwicklung.


Und wer`s ein bisschen ausführlicher mag, der kann sich diese Doku anschauen:


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Kommentare: 5
  • #1

    Maria Anders (Donnerstag, 03 Juli 2014 09:25)

    Gerade der Umstand, dass ein solches Interview im ZDF gezeigt wird, könnte eventuell auch stutzig machen. Der Regierungs-Trend geht schließlich dazu, zu fördernde Kinder nicht mehr zu fördern und die Bildungsmöglichkeiten für alle weiter einzuschränken.

    Ich denke jedoch auch, dass man in der Tat davon ausgehen kann , dass 85 Prozent der Kinder, denen in den letzten fünf Jahren Ritalin verschrieben wurde, tatsächlich kein ADHS haben.

    Auch die altersgemischte Beschulung und das Lesen-und Schreiben- Lernen mit der Anlaut-Tabelle ist Verrat an unseren Kindern, hat bei vielen Grundschulkindern in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren großen Schaden angerichtet und auch dazu beigetragen, dass zu Recht rebellierende Kinder, die sich an nichts mehr orientieren konnten, mit Ritalin ruhig gestellt wurden.

    In Deutschland müsste das gesamte Grundschulsystem neu überarbeitet werden, denn gerade Kinder lernen normalerweise wie der Wind.

    Für die verbliebenen fünfzehn Prozent kann allerdings ein leichtes Metanylphenidat-Medikament die Rettung in letzter Not sein, da sich bei den betroffenen Kindern die Gehirnrinde erst bis zum 12. Lebensjahr vollständig ausgebildet hat, und sie Wahrnehmungsverarbeitungsstörungen und eine verzögerte emotionale Reife aufweisen.

    Die Kinder leiden selbst darunter, finden keine Freunde, werden in Kita und Schule ausgegrenzt und gemobbt. Von wegen Inklusion. Aus diesem Grund ist es wichtig, denke ich, Förderschulen weiter auszubauen, anstatt Sprachheilschulen und anderes weiter abzuschaffen.

    Oft sind hyperaktive Kinder in unterschiedlichen Bereichen überdurchschnittlich begabt. An diese Begabungen reichen sie allerdings nur heran, wenn sie diese erkennen und wenn sie gefördert werden. Haben sie diese einmal erkannt, entwickeln auch sie einen starken Willen und lernen mit ihrer Hibbeligkeit zu leben. Auf dem Weg dahin kann ein leichtes Medikament, sollte das Kind wirklich ADHS haben, vorübergehend als Krücke behilflich sein, sollte aber nie dauerhaft gereicht werden.

    Das ist die andere Meinung dazu. :-)


  • #2

    maras-welt (Donnerstag, 03 Juli 2014 10:30)


    Liebe Maria,

    ich würde jetzt nicht behaupten, dass das unbedingt eine "andere" Meinung ist. Im Grunde läuft es doch genau darauf hinaus, das die Kinder von heute völlig neue Lernmethoden benötigen. Was früher mit Autorität (zum Teil mit dem Gürtel und anderen schlimmen Strafen) durchgesetzt wurde, wird heute häufig mit Medikamenten reguliert. Es gibt eine Vielzahl an Methoden, doch die meisten Eltern haben weder die Zeit noch die Erfahrung diese umzusetzen.

    Bei uns gibt es eine "Hausaufgaben-Betreuung", die sich die Zeit nimmt auf die Kinder, in kleinen Gruppen, einzugehen, die Eltern rennen denen die Bude ein. Es gibt schon ganz lange Wartelisten. Dort arbeiten die Kinder mit Spiel und Spaß. Leider muss man das selbst finanzieren, was für viele Eltern nicht möglich ist. Und die bemängeln auch, dass das Schulsystem völlig veraltet und unpassend für die Kinder von heute ist.

    Wundersamer Weise habe ich in letzter Zeit unglaublich viele Eltern mit ADHS-Kindern kennengelernt. Man könnte meinen, es gibt fast keine "normalen" Kinder mehr. Jedes dritte Kind wird als "schwierig" eingestuft. Irgendwas kann doch da nicht stimmen! Aber anscheinend müssen es noch mehr Kinder werden, bevor sich etwas grundlegend ändert. Die Lehrer müssten aufbegehren, weil die schaffen es auch nicht mehr. Denen legt man eine unglaubliche Verantwortung in den Schoß. Sie sind unterbezahlt, habe keine zeitgemäße Ausbildung und nicht die Zeit, sich um die Kinder unserer Zeit zu kümmern.

    Hoffen wir, dass in naher Zukunft alles besser wird :-)

    Ganz LG
    Mara

  • #3

    Stefan (Samstag, 06 September 2014 12:11)

    Was ist denn das bitte? "...,dass unsere Kinder sich einfach nur weiter entwickelt haben..." ??? Was halten Sie davon: die Eltern haben heutzutage keinen "Bock" sich Zeit für Erziehung und Bildung Ihrer Kinder zu nehmen! Es ist eine Schande, wie schlecht junge Eltern sich um Ihre Kinder und deren Bedürfnisse kümmern! Und dann wird alles sehr schnell ganz einfach: Schulsystem und Lehrer sind Schuld! Und alle Kids haben ADHS! Schwachsinn! Wie wäre es denn, sich mal ne Stunde am Nachmittag mit seinem Kind hinzusetzen, zu lernen und auch dann durchzuziehen wenn das Kind keine Lust mehr hat? Dieses Gejammer junger Eltern und der ADHS Hype sind ein Riesen Witz! (Ich bin 30, Lehrer und habe eine 2 jährige Tochter.)

  • #4

    Heike (Samstag, 12 März 2016 10:23)

    Hallo,
    ich habe diese Beiträge gefunden, als ich etwas von Gerald Hüther zu einer Fortbildung zum Thema Inklusion gesucht habe. Ich habe 4 Kinder im Alter von 18J., 16J., 9J., und 4 J. Ich bin Erzieherin und seit ein paar Jahren arbeite ich als Kindertagespflegeperson mit Kindern unter 3 Jahren. Außerdem wirke ich an der Aus- und Weiterbildung von Kindertagespflegepersonen mit. Das nur für den jungen Mann der Lehrer und Vater ist.
    Ich sage es mal so, Schuldzuweisungen helfen einem selber immer ganz gut um vor sich selbst zu bestehen, bringen aber bei so gar keinem Problem eine Lösung. Tatsächlich halte auch ich die diversen Diagnosen von ADHS und einigen anderen gern genommenen "Erkrankungen" für sehr überdenkenswert. Denn ADHS z. B. ist eine reine Symptomdiagnose und die kann nun fast jeder bekommen, wenn er möchte. Natürlich gibt es Kinder, die Hilfe in diesem Bereich brauchen, da bin ich ganz der Meinung von Maria. Sehr hilfreich ist für solche Eltern die Meinung von Stefan. Denn meistens fühlen sich Eltern verantwortlich und oft auch schuldig, ich halte es für einen fatalen Fehler diesen Eltern noch zusätzlich in den Rücken zu fallen. Und es ist so gar nicht lösungsorientiert!! In vielen Jahren, sowohl als Erzieherin, als auch als Mutter habe ich sehr viele tolle, engagierte Lehrer kennengelernt. Allerdings auch viele, bei denen ihre unzureichende pädagogische Ausbildung, ihr Unvermögen sich auf Kinder einzulassen und ihre ständigen Schuldzuweisungen an Eltern und Kinder, Entwicklung verhindert haben und auch Schaden angerichtet haben. Ich bin mir sehr wohl im Klaren darüber, dass das jetzt eine Schuldzuweisung ist!! Und da haben wir es wieder..... keine Lösung. Wenn, und in vielen Fällen klappt das super, sich alle Beteiligten einig sind gemeinsam an einem Strang zu ziehen, dann gibt es Lösungen für Kinder die ansonsten leiden. Ach übrigens, ich verbringe gerne Zeit mit meinen Kindern, allerdings nicht nur zum lernen.... ach nein, das stimmt so nicht.... wenn wir gemeinsam Zeit verbringen und Spaß dabei haben, dann lernen wir alle ganz viel. Ich finde das ist ein Ansatz. Und wenn wir alle mal dahin kommen ressourcenorientiert zu denken und zu arbeiten, dann ist die Welt für alle schöner, wir sparen uns eine Menge Diagnosen und haben am Ende Kinder die glückliche und selbstbewusste Erwachsene werden dürfen und dann vielleicht auch glückliche und selbstbewusste Eltern, Erzieher und Lehrer werden können. Das System ist nicht gut, aber wir können anfangen etwas zu ändern.....also los. Zum Abschluss muss ich vielleicht noch sagen, dass ich auch ein Produkt dieses Systems bin und es mich natürlich viel Mühe kostet, nicht nur die Defizite zu sehen, aber es ist die Mühe wert. Denn die Kinder sind unser Antrieb , nicht das System.

  • #5

    Michael ( Natur ist Leben ) (Donnerstag, 31 März 2016 08:50)

    @Heike
    Hallo Heike,
    wie Du richtig erkannt hast bist auch Du, so wie jeder von uns ein Produkt des Systems. Ist nur eine Frage der Ansicht, inwieweit jeder einzelne involviert ist. Schuldzuweisungungen sind keine Lösungen, sondern sollen an das Gewissen appellieren um ein Umdenken und Umerziehen einzuleiten. Dies ist reine manipulierte Taktik. Es ändert nichts an den sozialen und erzieherischen Verhalten der Eltern, Kindertagespfleger, Lehrer, Jugendamt etc. Eine indoktrinierte Meinung oder gesetzliche Vorlage wird schwerlich zu einer vernünftigen, natürlichen Bewusstsein, da alle Voraussetzungen für eine Verbesserung formal unmöglich sind.

    Aus Deinen Bericht sind viele Fallstricke eindeutig zu erkennen, denen Du selbst bewusst oder unbewusst unterliegst.

    Aus Zeitgründen kann ich Dir nur eine Frage als Beispiel zitieren: Kinder unter 3 Jahren in fremder Obhut ?
    Aus natürlicher Sicht helfen Dir weder pädagogische noch eingebildete Hoffnung. Es ist purer Wahnsinn.

    Michael