Über die bereits überfüllte Schublade der "Neue Rechte"


Wer die Mainstream-Medien verfolgt und sich politisch etwas interessiert, wird den Begriff "Neue Rechte" immer wieder gehört oder gelesen haben. Eine der wohl hartnäckigsten Marktschreierinnen in Sachen Neu-Rechts-Zuordnung ist Jutta Ditfurth. Sie nimmt sich ständig heraus, diverse Personen in die Neue-Rechte-Schublade zu stecken. Dabei fällt auf, dass sie sich immer genau die Personen heraussucht, die die Menschen über Missstände in der Regierung oder sogar Menschenrechtsverletzungen aufklären. Jeder, der etwas aufdeckt und es dann verkündet ist sogleich ein Neurechter.

 

Laut Wikipedia verfolgt die Neue Rechte folgende Ideologie:

 

"Die Neue Rechte wendet sich gegen die Prinzipien der Aufklärung, vor allem gegen Pluralismus und die Idee der Gleichheit aller Menschen, die den allgemeinen Menschenrechten zugrunde liegt. Sie ersetzt den „klassischen“ Rassismus durch das Konzept des Ethnopluralismus, indem sie intern ethnisch homogene, extern gleichberechtigte Nationalstaaten verlangt. Demokratie werde nicht von gleichberechtigten Bürgern, sondern von ethnischen und religiösen Gemeinschaften konstituiert. Dieser Ethnopluralismus eignet sich nach Richard Stöss besonders als „Scharnier“ zwischen Neokonservatismus und Rechtsextremismus."

 

Und nun schauen wir uns mal an, wer in letzter Zeit in die - inzwischen total überfüllte - Neue-Rechte-Schublade gesteckt wurde:

 

Ken Jebsen, Andreas Popp, Lars Mährholz, Jürgen Elsässer, Xavier Naidoo, Michael Vogt, Jo Conrad uvm..

 

Ich kann sie jetzt nicht alle auflisten, es sind einfach zu viele. Oben genannte sind zumindest die prominentesten. Ach so, wen ich hier ganz vergessen habe: ALLE MONTAGSDEMONSTRANTEN!!! Die liegen ganz oben in Jutta`s Neue-Rechte-Schublade.

 

Kommen wir zurück auf die Wikipedia-Definition der Neue-Rechte-Ideologie.

 

"Die Neue Rechte wendet sich gegen die Prinzipien der Aufklärung..."

 

So, so... auf den Montagsdemos (Veranstaltungen von Neu-Rechten!) werden also alle Prinzipien der Aufklärung missachtet. Schauen wir uns mal an, was Wikipedia unter Aufklärung versteht:

 

"Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, der Kampf gegen Vorurteile, die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht. Gesellschaftspolitisch zielte die Aufklärung auf mehr persönliche Handlungsfreiheit (Emanzipation), Bildung, Bürgerrechte, allgemeine Menschenrechte und das Gemeinwohl als Staatspflicht. Viele Vordenker der Aufklärung waren optimistisch, eine vernunftorientierte Gesellschaft werde die Hauptprobleme menschlichen Zusammenlebens schrittweise lösen. Dazu vertrauten sie auf eine kritische Öffentlichkeit..."

 

Das widerspricht absolut den Kriterien einer Montagsdemo. Von einer Abwendung der Prinzipien der Aufklärung kann hier in keinster Weise die Rede sein. Im Gegenteil, alle Prinzipien der Aufklärung werden von oben genannten und von ihren "Anhängern" eingehalten. Allem voran, das Vertrauen in eine "kritische Öffentlichkeit". Der größte Dorn im Auge jedoch, dürfte den Neue-Rechte-Schublade-Zuordnern, der Part mit den Bürgerrechten sein. Aber dazu komme ich später.

 

Weiter heißt es:

 

"...vor allem gegen Pluralismus und die Idee der Gleichheit aller Menschen, die den allgemeinen Menschenrechten zugrunde liegt."

 

Wenn etwas auf den Montagsdemos propagiert wird, dann die Gleichheit aller Menschen. Eine fremdbestimmte Herrschaft liegt ihnen ebenso fern, wie die Hegemonie einer jeweils bestimmten sozialen Klasse oder Elite. Die Forderung nach Einhaltung der Menschenrechte ist eine der Grundpfeiler jeder Montagsdemonstration. Immer und immer wieder wird darüber gepredigt.

Wieso also, werden alle diese Menschen in die Neue-Rechte-Schublade gesteckt?

 

Warum also verbreiten Jutta Ditfurth und solche, die ihre Schublade benutzen, wie z. B. Georg Diez, Informationen, die überhaupt nichts mit der eigentlichen Botschaft zu tun haben und sogar in eine völlig andere Richtung gehen? Es ist, als wollten sie uns glauben machen, der Himmel sei lila. Und das mit einer Vehemenz, die ihresgleichen sucht. Georg Diez und all die anderen halte ich für Trittbrettfahrer, die etwas benutzen, was sich gut verkaufen lässt. Aber Frau Ditfurth ist die Schreinerin dieser Schublade, deshalb hab ich bei ihr ein wenig rumgegraben.

 

Der Frieden steht bei allen, die in diese Schublade gesteckt wurden, an erster Stelle. Sie fordern keinen Führer. Sie wollen den Kapitalismus entmachten und stehen für soziale Gleichberechtigung. Das sind doch alles ehrwürdige und erstrebenswerte Forderungen - oder etwa nicht? Wovor hat diese Frau so Angst? Oder wird sie dafür bezahlt? Eines von beiden muss wohl dahinterstecken. Wie sonst kann man sich der Öffentlichkeit so offensichtlich gegensätzlich gegenüberstellen? Ich tippe auf die Angst!

 

Bei Jutta "ich-habe-die-Weisheit-mit-Löffeln-gefressen" Ditfurth könnte der Ursprung ihrer Angst in ihrer Vergangenheit liegen. Sie selbst hat fragwürdige Vorfahren, die sich später als Nazi-Freunde und Antisemiten entpuppt haben. Die ganze Geschichte kann man in ihrem Buch Der Baron, die Juden und die Nazis: Reise in eine Familiengeschichte nachlesen. Sieht sie nun in diesen Versammlungsritualen und in Männern, die auf einer Bühne stehen und ihre Überzeugungen kund tun, eine Gefahr? Verbindet sie jeden Widerstand und jede Kritik an der bestehenden Politik, gleich mit der Geburt einer nationalen Rechtsbewegung? In der DDR ging der Widerstand genau den gleichen Weg, nur etwas heimlicher. Dem hat sie sich nicht widersetzt - sie stand ja auf der anderen Seite!

 

Jürgen Elsässer nennt sie einen "glühenden Antisemit", weil er den Film "Tal der Wölfe" verteidigt hat. Daraufhin hat er per Gericht gefordert, dass sie solche Äußerungen in Zukunft lässt, verliert aber in zweiter Instanz, wegen eines Verfahrensfehlers seiner Anwälte. [Quelle] Wir werden sehen, wie dieser Prozess endet. Allerdings ging sie noch vor langer Zeit, mit Jürgen Elsässer an ihrer Seite, selbst auf Demos. Woher kommt dieser Wandel? Hat es doch etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun? Hat sie so Angst davor, dass ihre antisemitischen Gene zum Tragen kommen? Das erinnert mich an das Phänomen der schwankenden Überzeugungen, welches immer dann auftritt, wenn der Vertreter einer Sache sein Selbstbild immer wieder verteidigen und festigen muss. Hierbei wächst die Sensibilität von mal zu mal. Wir kennen das von fanatischen Veganern, die sich schon darüber aufregen, wenn man eine Fliege anhustet. 

 

Warum aber erklärt sie ihre Schublade nicht zur "antisemitischen" Schublade? Wieso betitelt sie alle ausgerechnet mit "Neue Rechte"? Ganz einfach, weil da mehr reinpassen. Da kann man kunterbunt alles reinstopfen, was sich irgendwie nationalsozialistisch anhört. Und jetzt kommen wir zum Kern der Sache.

Die Gesetze des Deutschen Reiches

 

Schauen wir uns mal an, was die ganzen mutmaßlichen "Neurechten" gemein haben? Irgendetwas muss es doch geben, was Frau Ditfurth jedesmal auf die Palme bringt und die Schublade der Neu-Rechten öffnen lässt. Da gibt es schon etwas: Sie alle wühlen in den alten Gesetzen rum! 

 

Bürgerrechte, Reichsgesetze, Nazi-Gesetze, Handelsgesetze, Seerecht, Verfassungen und, und, und... all diese Bereiche werden inzwischen auseinandergepflügt und dabei hat man schon so einiges aufgedeckt. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Tatsache, dass Deutschland immer noch besetztes Land ist und es sich bei der BRvD (Bundesrepublik von Deutschland) um einen reinen Verwaltungsapparat handelt, der von den Allierten kontrolliert wird. Was die Nazi-Gesetze angeht, sind, nach Auskunft des Bundesjustizministeriums, aktuell noch 29 NS-Gesetze auf Bundesebene unmittelbar gültig. 

 

Sind es diese Worte, die Jutta Ditfurths rote Lämpchen im Hirn blinken lassen: NS-Gesetze, Besatzungsstatut, Alliierte, Kriegsgefangene, Deutsches Reich, Reichsbürger usw., usf.? Ich weiß es nicht, aber zwei Worte stehen bei ihr ganz weit oben, auf der rote-Lämpchen-Aktivierungsliste: FED (Federal Reserve Bank) und die Rothschilds. Wer sich kritisch über diese beiden unschuldigen, seriösen Häuser äußert, der ist unbedingt ein neurechter Antisemit. Man muss wissen, die Rothschilds sind jüdischer Herkunft. Was wäre, wenn sie deutscher Herkunft wären? Dann wären es bestimmt die Bösen.

 

Aber zum Glück gibt es Frau Ditfurth, denn sie trägt den Schlüssel der codierten Propaganda-Hetze an der Brust. Sie sieht Dinge, die uns allen verborgen bleiben. Sie sieht Tendenzen und Verbindungen die auf eine supergefährliche nationalsozialistische Zukunft hinweisen. Am Ende, so wird wohl in codierten unterschwelligen Aussagen propagiert, sind es immer die Juden, so sagt sie. Nein, liebe Jutta, es sind nicht immer DIE Juden, aber immer die die es sind, sind jüdischer Herkunft. Das jüdische Volk wird doch von denen genauso gelinkt wie alle anderen auch. 

 

Solange ihr immer noch Menschen zuhören, stopft sie weiterhin fröhlich alles was ihr über den Weg läuft in die "Neue Rechte"-Schublade. Verschwörungstheoretiker, Antisemiten, Krisengebeutelte, getarnte Nazis, AfD, NPD, Montagsdemonstranten, Rechtsesoteriker uvm. - all diese Gruppierungen findet man dort. Bei der Vielfalt könnte man meinen, die Schublade würde schon längst überquillen, aber nein, im Gegenteil, da findet doch ein kleiner Kolumnist noch eine Ecke, in die noch ein Sänger passt.


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