Unbedingt stoppen: Das Gadhimai-Opferfest in Nepal


Den Ziegen auf dem Bild geht es bestens. Sie leben auch nicht in Nepal oder Indien und haben auch nicht das größte Opferfest der Welt vor Augen. Würden sie in Nepal leben, wäre das ihr sicherer Tod und zwar zusammen mit hunderttausenden anderen Tieren. Die Zahlen über das sinnlose qualvolle Abschlachten schwanken, je nach Bericht, zwischen 250.000 und 500.000.

 

Angesichts der pervertierten Tradition spielt die Zahl eigentlich keine große Rolle, es sollte nicht ein einziges Tier, wegen einer geschichtlichen Überlieferung von vor ca. 260 Jahren, sterben müssen. Aber so ist das mit althergebrachten Traditionen, in deren Namen löst sich jede Menschlichkeit in Luft auf. Egal, ob es sich um das, noch aus pharaonischen Zeiten, überlieferte Beschneiden von jungen Mädchen handelt oder um die Stierkämpfe in Spanien (bei denen es sich nur noch um eine Touristenattraktion handelt, weil keiner deren wirklichen Ursprung mehr kennt), es wird gemetztelt und gemordet was das Zeug hält. Es macht es nicht besser, nur weil man es "Opfergabe" oder "Tradition" nennt. 

Um was geht es denn eigentlich?

Artikel vom 17. Juni 2014:

 

Im Internet kursieren seit einiger Zeit erschreckende Bilder (Anmerkung: Die Bilder erspar ich Euch lieber!) von einem Tieropferfest in Nepal – dem Gadhimai-Opferfest. Unzählige Tiere liegen enthauptet in ihrem Blut auf dem Boden. Dazwischen stehen verstört die Tiere, die noch nicht an der Reihe sind. Mehrere Hunderttausend Tiere müssen ihr Leben lassen. Als das Gadhimai-Opferfest 2009 das letzte Mal stattfand, richtete sich erstmals internationale Aufmerksamkeit auf das Thema. Was genau hat es mit dem Tieropferfest auf sich und warum sind die Bilder jetzt wieder aktuell?

 

Was ist das Gadhimai-Tieropferfest?

 

Das Gadhimai Tieropferfest folgt einer hinduistischen Tradition, die seit ungefähr 260 Jahren in Bariyapur, im Süden Nepals, praktiziert wird. Bei diesem Fest werden Tiere für die Göttin Gadhimai geopfert. Die Opferung beruht auf einer Erzählung des Landherren Bhagwan Chaudhary, der zur Lösung seiner Probleme die Göttin Gadhimai anbetete und ihr sein eigenes Blut opferte. Seitdem werden alle 5 Jahre zwischen November und Dezember im Umkreis von 5 km um den Gadhimai Tempel viele Tausende Tiere von Pilgern getötet, die das Blut der Tiere opfern. Dieses Jahr ist es wieder soweit: Ende November 2014 soll das Fest erneut stattfinden. Es werden wie immer mehrere Tausend Besucher erwartet, die sich das „Spektakel“ mit eigenen Augen ansehen – darüber hinaus wird es auch im Fernsehen ausgestrahlt.

 

Wie viele Tiere werden getötet?

 

Mit insgesamt über 250.000 getöteten Tieren gilt das Gadhimai Tieropferfest als das größte der Welt. Unter den getöteten Tieren sind Büffel, Schweine, Ziegen, Ratten und Tauben. Die Besucher, bei denen circa 70% aus dem Nachbarland Indien kommen, können die von ihnen mitgebrachten Tiere auf jede beliebige Art und Weise auf dem Schlachtplatz töten. Die Tiere müssen dabei eine Tortur von bis zu 2 Stunden durchleiden, da sie mit stumpfen Messern und von unerfahrenen Personen getötet werden. Sie müssen dabei mitansehen, wie ihre Artgenossen qualvoll ihren Verletzungen erliegen – viele Jungtiere sterben sogar schon vorher durch Stress oder Dehydratation.

 

Kann das Gadhimai-Opferfest noch verhindert werden?

 

In Nepal sind Tieropfer legal. Zwar wurden schon einige Bräuche abgeschafft, das Gadhimai Tieropferfest betrifft dies jedoch nicht. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass die nepalesische Regierung gegen das für November geplante Massaker aktiv wird. Der Bau des Schlachtplatzes in der Nähe des Tempels wurde sogar vor einigen Jahren von der nepalesischen Regierung finanziell unterstützt. Nepal hält also weiterhin an den Tieropferfesten fest, nicht zuletzt weil es durch die vielen angereisten Pilger auch ein “touristisches” Event geworden ist. Hoffnung macht jedoch die Tatsache, dass im benachbarten Indien Tieropferungen weitgehend verboten sind. Dies erklärt auch, weshalb der Großteil der Pilger aus Indien kommt. Hier ist auch wichtig anzusetzen: Wenn die Einreisen nach Nepal mit Tieren von indischer Seite verboten werden, kann vielen Tieren dieses grausame Schicksal erspart bleiben.

 

Bedeutet ein Verbot nicht das Ende des Gadhimai-Festes?

 

Wir sind keinesfalls für das Ende des Gadhimai Festes, sondern lediglich gegen die Tieropferungen. Die Opfergabe könnte durch symbolische Opfer, wie Kürbisse, ersetzt werden, was als Brauch weit verbreitet ist. Somit könnte die Tradition ohne Tierleid weitergeführt werden. Dazu könnte eine Blutspende organisiert werden, die dem eigentlich Ursprung, das eigene Blut zu geben / opfern, viel näher kommt. Zudem würde das gespendete Blut an Krankenhäuser gegeben werden und somit der Allgemeinheit zu Gute kommen.

 

Wie können Sie helfen?

 

Da sich die nepalesische Regierung in den letzten Jahren nicht kooperativ gezeigt hat, haben wir uns entschlossen, möglichst früh auf das Gadhimai Opferfest aufmerksam zu machen. Wir versuchen zusammen mit den Kollegen in Indien durch Gesetzesänderungen sowohl in Nepal als auch in Indien das Massaker zu beenden. Es ist wichtig, dass von indischer Seite ein Verbot der Grenzübertretung mit Tieren nach Nepal erlassen wird. Daran arbeiten wir. Wichtig ist jedoch, dass jetzt öffentlicher Druck auf die nepalesische Regierung ausgeübt wird. Deswegen haben wir eine E-Mail-Protestaktion gestartet, die sich direkt an die Entscheidungsträger in Nepal richtet: www.animalequality.de/gadhimai (Anmerkung: Leider nur mit Zugang möglich). Als das Festival das letzte Mal 2009 statt fand, kam es erstmalig zu einem internationalen Aufschrei. Der Protest ist also noch sehr jung und wir stehen erst am Anfang.

 

Quelle: vegan-news.de

 

Erfolg: Indien verbietet Transport von Tieren zum Gadhimai-Fest

Die Proteste hatten Erfolg, zumindest auf der indischen Seite:

 

Die indische Regierung hat als Folge unserer Proteste und nach ausgiebigen Gesprächen mit Animal Equality Indien eine neue Richtlinie erlassen, die den Transport von Tieren nach Nepal während des weltgrößten Tieropferfestes verbietet. Beim Gadhimai-Fest werden alle fünf Jahre über die Dauer von einem Monat hunderttausende Tiere unter grausamsten Bedingungen der hinduistischen Göttin Gadhimai geopfert.

 

Dies ist ein bedeutender Sieg, da 70 Prozent der Teilnehmer des Festes aus Indien kommen und oftmals Tiere mit über die Grenze bringen, um diese vor dem Gadhimai-Tempel in Nepal abzuschlachten.

 

Vertreter von Animal Equality in Indien trafen Vertreter des indischen Innenministeriums und baten diese, den Transfer von lebendigen Tieren über die Grenze zwischen Indien und Nepal während der Dauer des Gadhimai-Festes zu verbieten. Daraufhin verabschiedete das indische Innenministerium eine Anordnung, die die Grenzposten in höchste Alarmbereitschaft versetzt und damit beauftragt, sorgfältig nach Personen Ausschau zu halten, die Tiere nach Nepal schmuggeln wollen. Diese Anweisung kann hunderttausende Tiere vor einem langsamen, qualvollen Tod bewahren.

 

Dieser Sieg ist ein bedeutender Erfolg, allerdings liegt die wichtigste Aufgabe immer noch vor uns: Wir müssen die nepalesische Regierung davon überzeugen, die Tieropfer für immer zu verbieten. Wir fordern die nepalesische Regierung in unserer Petition nachdrücklich dazu auf, diese und alle anderen Tieropfer zu verbieten. Die Tradition des Festes kann fortgeführt werden, indem symbolische Opfer, wie Kürbisse, erbracht werden. Dazu könnte eine Blutspende organisiert werden, die dem Ursprung des Festes, das eigene Blut zu geben, viel näher kommt. Zudem würde das gespendete Blut an Krankenhäuser gegeben werden und somit der Allgemeinheit zu Gute kommen.

 

Wir arbeiten ebenfalls vor Ort  an der Überwachung der Umsetzung des Verbots Tiere über die Grenze zu transportieren – um sicherzustellen, dass tatsächlich keine Tiere über die Grenze nach Indien geschmuggelt werden. Deshalb bitten wir Sie um eine Spende im Rahmen Ihrer Möglichkeiten, um uns bei der erfolgreichen Umsetzung des Vorhabens zu unterstützen.

 

Ein Verbot von Tieropfern in Nepal kann Millionen von Tieren vor einem grauenvollen, schmerzhaften Tod bewahren. Den Tieren zuliebe müssen wir mit unserem Vorhaben erfolgreich sein.

 

Quelle: animalequality.de

 

Trotzdem heißt es: Dranbleiben!

 

Weitere Petition:

Gadhimai-Schlachtfest stoppen! Albert-Schweitzer-Stiftung


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Kommentare: 3
  • #1

    Katze (Freitag, 28 November 2014 19:37)

    Mögen alle Teilnehmer an diesem widerlichen Opfer-Schlachtfest an Pest, Colera oder an Ebola verrecken, für den tausendfachen Tiermord. Möge das Schicksal für jedes abgeschlachtete Tier Rache nehmen!

  • #2

    Rania (Dienstag, 12 Mai 2015 23:27)

    Ich finde es jetzt gar nicht mehr verwunderlich, dass es genau dort in Nepal zu dem schweren Erdbeben kam. Das Gesetz der Resonanz wirkt immer schneller. Leid bringt Leid zurück.

  • #3

    maras-welt (Mittwoch, 13 Mai 2015 06:51)


    Ja, das denke ich auch. Man sollte gerade jetzt sehr darauf achten, was man denkt. Es materialisiert sich derzeit superschnell. Heißt, wir sollten alle positiv denken, in die Richtung funktioniert es nämlich auch :-)