Der Pressekodex - nur noch veraltete Grundsätze?


Wer die Presse verfolgt, der hat sicher schon mitbekommen, dass derzeit eine regelrechte Hetzjagd auf Xavier Naidoo stattfindet (eigentlich kommt man nicht drumherum, es steht ja in JEDER Zeitung). Er habe sich der rechten Szene zugeordnet und behaupte so manche Dinge, die vielen systemtreuen Bürgern überhaupt nicht in den Kram passen.

 

Doch anstatt zu recherchieren und den Wahrheitsgehalt zu überprüfen, wie es sich für einen guten Journalisten gehört, werden die Meldungen der Presseagenturen (dpa, Reuters) einfach nur wiedergekäuert. Keiner dieser sogenannten Journalisten macht sich die Mühe und hinterfragt die Meinung Xaviers.

 

Das ist mal wieder ein gutes Beispiel, wie sich die Mainstream-Medien auf eine Welle setzen lassen und diese mitnehmen, nur um dem Profit nicht zu entgehen bzw. nicht gegen den Strom schwimmen zu müssen. Denn mit der Wahrheit macht man sich keine Freunde - sieht man ja an Xavier Naidoo. Eine Nation wird gespalten.

 

Ich will jetzt auch nicht näher auf den Wahrheitsgehalt von Xaviers Ansichten eingehen, da scheiden sich die Geister und das Thema ist viel zu komplex, um es in zwei Sätzen zu erklären. Worum es mir geht ist, dass sich kaum ein Journalist mehr die Mühe macht und auch mal die andere Seite betrachtet. Das dürfen die ja gar nicht. Im Grunde genommen sind das keine Journalisten mehr, sondern nur besser bezahlte Sekretäre (Sekretär ist ein Beruf in der Verwaltung mit Schwerpunkt auf Kommunikation. Sekretäre erledigen in der Regel allgemeine Büro- sowie Assistenzaufgaben, insbesondere die Korrespondenz sowie bereichsbezogene kaufmännisch-verwaltende Tätigkeiten).

 

Sensationsjournalismus, Diffamierungen und die immer gleiche Berichterstattung stehen schon längst an der Tagesordnung. Liest man einen Artikel, hat man alle gelesen, so ungefähr kann man sich das vorstellen. Sobald eine Meldung von der deutschen Presseagentur oder von Reuters aufgegriffen wurde, geht es los. Egal, wen oder was es betrifft, da heißt es dann: "Macht was draus!" Manchmal werden dann noch irgendwelche alten Bilder aus dem Archiv gegraben, die oft gar nicht aktuell sind, nur weil sie nichts kosten, sondern schon bezahlt sind. Wenn einem die Leser weglaufen, muss man eben an anderer Stelle sparen.

 

Was viele nicht wissen (wusste ich bisher auch nicht!): Es gibt einen Presserat, der Beschwerden nachgeht, die gegen den Pressekodex verstoßen und diese dann rügt. Leider bleibt es nur bei einer Rüge, heißt, es hat keine rechtlichen Konsequenzen. Und da viele nicht wissen, dass es diese Plattform des Presserates gibt, bleiben solche Rügen völlig unbeachtet. Alleine im Jahr 2014 (einfach das Jahr in die Suchfunktion eingeben) gab es schon 101 Rügen. Im Jahr 2013 ganze 227. Hat sich deshalb etwas geändert? Nein. Gerade Ziffer 2 wird häufig gerügt, hierbei geht es um die Sorgfalt, also, die Überprüfung des Wahrheitsgehaltes.

 

Da es sich um eine "Selbstzensur" handelt und viele Medien (Werbung/Anzeigen, Rundfunk (TV und Radio), Blogs und private Internetseiten, Gegendarstellungen und Schadensersatzforderungen, etc., sind generell davon ausgeschlossen) sich sowieso nicht daran halten, hält man den Presserat mit seinem Pressekodex für einen "zahnlosen Tiger". Die schärfste Sanktion, mit der ein Medium rechnen muss, ist eine öffentliche Rüge, die eh keiner liest. Ha, da lachen ja die Hühner. Wen soll so etwas schon beeindrucken?

 

Was, liebe Journalisten, ist aus der Ehre zu Eurem Beruf geworden? Ein Ehrenkodex, dem der Pressekodex angehört, "...ist ein oftmals ungeschriebenes Regelwerk über Wohlverhalten. Die Mitglieder von Berufsgruppen, Ständen und Kasten oder Orden unterwerfen sich und ihre Organisation diesen entweder im Laufe der Zeit allmählich entstandenen oder selbst verfassten Verhaltensregeln. Einerseits ist damit eine Unterwerfung unter einem Kodex verbunden mit entsprechenden Verpflichtungen. Innerhalb einer solchen Ordnung schreibt er aber auch Privilegien für seine Mitglieder vor, welche Nichtmitgliedern nicht gewährt werden. Wer sich dem Kodex unterwirft, darf von anderen erwarten, entsprechend behandelt und geachtet bzw. respektiert zu werden." [Wikipedia]

 

Wer soll Euch da noch respektieren und achten? Ihr habt Euch selbst zu "Schmierblattfinken" und "Wiederkäuern" degradiert. Ihr seid einen Pakt mit dem Profit eingegangen, bei dem Euch alles egal ist. Moral und Ethik sind zu Fremdwörtern geworden, denen Ihr keinen Raum mehr bietet. Ihr setzt Euch keiner Gefahr mehr aus, nur um die Wahrheit herauszufinden und zu verbreiten.

 

Lehnt Euch nur weiter in Euren mit Leder bezogenen Stuhl und recherchiert per Computer über dpa, Reuters, Google & Co.. Mehr habt Ihr nicht mehr zu bieten. Aber seid gewarnt: Immer mehr Menschen wachen auf und bald erkennt auch noch der Letzte was bei Euch so läuft. Alles, nur kein ehrenvoller, menschenwürdiger, wahrheitsfindender Journalismus.

 

Und die paar ehrenvollen Journalisten (viele sind es leider nicht), die die Schnauze voll haben, kehren Euch den Rücken zu und gehen zu den alternativen Medien, wo sie dann wiederum von Euch diffamiert werden. Pfui, kann man da nur noch sagen!

 

Facebook sperrt Udo Ulfkotte

 

FAZ-Journalist bei RT (Video)


Gekaufte Journalisten (Buchtipp)


Inhalt des Pressekodex

Der Pressekodex umfasst insgesamt 16 Punkte:


1. Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde

Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sind oberste Gebote der Presse. Jede in der Presse tätige Person wahrt auf dieser Grundlage das Ansehen und die Glaubwürdigkeit der Medien.


2. Sorgfalt

Recherche ist unverzichtbares Instrument journalistischer Sorgfalt. Zur Veröffentlichung bestimmte Informationen in Wort, Bild und Grafik sind der nach den Umständen gebotenen Sorgfalt auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen und wahrheitsgetreu wiederzugeben. Ihr Sinn darf durch Bearbeitung, Überschrift oder Bildbeschriftung weder entstellt noch verfälscht werden. Unbestätigte Meldungen, Gerüchte und Vermutungen sind als solche erkennbar zu machen. Symbolfotos müssen als solche kenntlich sein oder erkennbar gemacht werden.


3. Richtigstellung

Veröffentlichte Nachrichten oder Behauptungen, insbesondere personenbezogener Art, die sich nachträglich als falsch erweisen, hat das Publikationsorgan, das sie gebracht hat, unverzüglich von sich aus in angemessener Weise richtigzustellen.


4. Grenzen der Recherche

Bei der Beschaffung von personenbezogenen Daten, Nachrichten, Informationsmaterial und Bildern dürfen keine unlauteren Methoden angewandt werden.


5. Berufsgeheimnis

Die Presse wahrt das Berufsgeheimnis, macht vom Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch und gibt Informanten ohne deren ausdrückliche Zustimmung nicht preis. Die vereinbarte Vertraulichkeit ist grundsätzlich zu wahren.


6. Trennung von Tätigkeiten

Journalisten und Verleger üben keine Tätigkeiten aus, die die Glaubwürdigkeit der Presse in Frage stellen könnten.


7. Trennung von Werbung und Redaktion

Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.


8. Persönlichkeitsrechte

Die Presse achtet das Privatleben des Menschen und seine informationelle Selbstbestimmung. Ist aber sein Verhalten von öffentlichem Interesse, so kann es in der Presse erörtert werden. Bei einer identifizierenden Berichterstattung muss das Informationsinteresse der Öffentlichkeit die schutzwürdigen Interessen von Betroffenen überwiegen; bloße Sensationsinteressen rechtfertigen keine identifizierende Berichterstattung. Soweit eine Anonymisierung geboten ist, muss sie wirksam sein. Die Presse gewährleistet den redaktionellen Datenschutz.


9. Schutz der Ehre

Es widerspricht journalistischer Ethik, mit unangemessenen Darstellungen in Wort und Bild Menschen in ihrer Ehre zu verletzen.


10. Religion und Weltanschauung

Die Presse verzichtet darauf, religiöse, weltanschauliche oder sittliche Überzeugungen zu schmähen.


11. Sensationsberichterstattung und Jugendschutz

Die Presse verzichtet auf eine unangemessen sensationelle Darstellung von Gewalt, Brutalität und Leid. Die Presse beachtet den Jugendschutz.


12. Diskriminierungen

Niemand darf wegen seines Geschlechts, einer Behinderung oder seiner Zugehörigkeit zu einer ethnischen, religiösen, sozialen oder nationalen Gruppe diskriminiert werden.


13. Unschuldsvermutung

Die Berichterstattung über Ermittlungsverfahren, Strafverfahren und sonstige förmliche Verfahren muss frei von Vorurteilen erfolgen. Der Grundsatz der Unschuldsvermutung gilt auch für die Presse.


14. Medizin-Berichterstattung

Bei medizinischen Themen ist eine unangemessene sensationelle Darstellung zu vermeiden, die Hoffnungen oder Befürchtungen beim Leser erwecken könnten. Forschungsergebnisse, die sich in einem frühen Stadium befinden, sollten nicht als abgeschlossen oder nahezu abgeschlossen dargestellt werden.


15. Vergünstigungen

Die Annahme von Vorteilen jeder Art, die geeignet sein könnten, die Entscheidungsfreiheit von Verlag und Redaktion zu beeinträchtigen, ist mit dem Ansehen, der Unabhängigkeit und der Aufgabe der Presse unvereinbar. Wer sich für die Verbreitung oder Unterdrückung von Nachrichten bestechen lässt, handelt unehrenhaft und berufswidrig.


16. Rügenveröffentlichung

Es entspricht fairer Berichterstattung, vom Deutschen Presserat öffentlich ausgesprochene Rügen zu veröffentlichen, insbesondere in den betroffenen Publikationsorganen bzw. Telemedien.


Beschwerden wegen Verstößen gegen den Pressekodex


Jede Person kann sich beim Presserat über Zeitungen, Zeitschriften und seit dem 1. Januar 2009 auch über journalistisch-redaktionelle Beiträge aus dem Internet beschweren, sofern es sich nicht um Rundfunk handelt. Anzeigenblätter und andere kostenlose Zeitungen und Zeitschriften können vom Presserat nicht geprüft werden. Auch Vereine, Verbände etc. sind hierzu berechtigt. Die Beschwerde ist kostenlos. Beschwerden sind auch online möglich.


Rügen

Vom Presserat ausgesprochene öffentliche Rügen sollen in den betroffenen Publikationsorganen abgedruckt werden. Dies wird nicht von allen Verlagen eingehalten.


Quelle: Wikipedia


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Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Gaby (Mittwoch, 15 Oktober 2014 10:08)


    ...ja, echt schlimm!

    Was mich bei der Wortwahl bei Wiki stört:
    sich dem Kodex >unterwerfen< ...
    ha no, ich >unterwerfe< mich doch nicht der Wahrheit und den Menschenrechten,
    sondern richte mich danach aus, halte mich daran, unterstütze sie !!!

    Worte wirken!!!