Äthiopien: Christen und Moslems leben in Harmonie miteinander


Im Norden Äthopiens liegt die Stadt Dessie (Dese). Sie ist eine der größten Städte in Äthiopien und liegt in der Region Amhara, etwa 400 Kilometer nördlich von Addis Abeba gelegen. Der Name Dese bedeutet wörtlich „meine Freude“.


Es lohnt sich durchaus einmal einen Blick auf diese Stadt zu werfen, denn hier wird etwas gelebt, was für viele Menschen undenkbar ist: Christen und Moslems leben hier Tür an Tür, in völliger Harmonie miteinander.


Der Grund dafür liegt schon ein paar hundert Jahre zurück (615 n. Chr.), als der damalige Christenkönig Nagash flüchtende Moslems mit offenen Armen aufgenommen hatte. Anstatt sie zu separieren, nahm er sie vollständig in die Gemeinde auf und erlaubte ihnen ihre Religion bis heute auszuüben.


Sie sehen sich als Schwestern und Brüder, sie führen Mischehen und sie bauen ihre Kirchen und Moscheen gemeinsam. Sie feiern sogar alle Feiertage zusammen. Keiner versucht den anderen zu seiner Religion zu bekehren. Die Kinder können selbst entscheiden, welcher Religion sie angehören möchten. Und sie dürfen (z. B. bei Mischehen) alle Vorzüge aus den zwei verschiedenen Religionen genießen.


"Das ist unsere Kultur und unser Reichtum!", sagt ein orthodoxer Priester, dem für den Bau seiner Kirche, von reichen Moslems, das Kirchendach spendiert wurde. Die Schule ist ein Platz der Bildung und nicht zum Beten. Zum Gebet gibt es die Kirchen und Moscheen. Das ist die Ansicht der Einwohner. Nur so ist es möglich, dass es zu keinen religiösen Konflikten innerhalb der Schule kommt. Sie sehen sich als Brüder und Schwestern, die zusammen in Liebe lernen.


Das ist ein sehr gutes Beispiel, dass ein harmonisches, tolerantes Miteinander möglich ist. Dort gibt es keine Missionierung, keine Trennung, keine Kritik, sondern Brüderlichkeit, Freiheit und Toleranz. Wenn alle diesem Beispiel folgen würden, dann gäbe es keine Kriege mehr auf dieser Welt. Endlich mal eine gute alte Tradition, die noch lange erhalten bleiben sollte.


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