Glückwunsch! Ab heute sind sie geistig behindert!


Was sagt man dazu? Doris Kruse aus Magdeburg ist 41 Jahre alt und bis dahin gesund wie ein Fisch im Wasser, physisch und psychisch. Sie hat zwei Töchter alleine großgezogen, die heute erwachsen sind und beide arbeiten. Und jetzt, ist sie geistig behindert, dem Job-Center sei Dank!

 

Blöderweise ist sie eines Tages arbeitslos geworden, weil man ihre Stelle gestrichen hat. Das ist nicht weiter schlimm, denkt sie, und schreibt einfach weiterhin Bewerbungen. Sie hofft darauf, mit ihren (für den Arbeitsmarkt) steinalten 41 Jahren wieder irgendeine Anstellung zu bekommen. Doch leider machte sie die Rechnung ohne das Job-Center Magdeburg.

 

Für das Job-Center ist das eine äußerst unangenehme Situation. Sie ist zu alt für den freien Arbeitsmarkt und zu jung, um sie aus der Statistik rauszuschmeißen. Denn erst mit 58 fliegt man aus der offiziellen Arbeitslosenstatistik raus. Was aber macht man solange mit solchen Leuten? Keine Sorge, da gibt es einige Möglichkeiten: Man zwingt sie zu 1-Euro-Jobs, man überlässt sie Sklavenhändlern (Zeitarbeit), man macht ihnen weis, dass sie noch eine Zusatzausbildung benötigen, weil ja ein Ausbildungsberuf nicht genügt oder man schickt sie zum 183ten Bewerbertraining. Hauptsache weg.


Um Doris Kruse aus dem Weg zu schaffen, bot man ihr einen psychologischen Test an - zur Überprüfung ihrer Konkurrenzfähigkeit auf dem Arbeitsmarkt -, den sie auch ohne Hintergedanken annahm und durchführte. Das hätte sie mal lieber nicht tun sollen. Der wurde ihr nämlich zum Verhängnis.


Was sie sich davon versprach, man weiß es nicht. Denn wirklich Sinn ergibt so ein Test, in meinen Augen, sowieso nicht. Danach weiß man lediglich, was man weiß oder eben nicht weiß. Das ändert aber am Arbeitsmarkt nichts. Vielleicht ist sie einfach nur naiv, aber ist sie deshalb gleich geistig behindert? Auf jeden Fall bekam sie Post vom Job-Center, in man ihr schrieb, dass anhand dieses Tests und der Aktenlage ein Gutachten erstellt wurde.


Dieses Gutachten wurde vom ärztlichen Dienst des Job-Centers erstellt und das Ergebnis schockierte Doris Kruse. Sie sei ab jetzt "geistig behindert" - voraussichtlich auf Dauer. Eine Erklärung, wie dies Zustande kam, hat sie nicht bekommen, dafür ein Angebot, in Zukunft in einer Werkstatt für geistig Behinderte arbeiten zu dürfen. Den Rest, den sie zum Leben benötigt, würde das Job-Center aufgestocken. Mache sie geistig behindert, schiebe sie ab, in eine gemeinnützige Werkstatt und schon is sie weg. So schnell geht das. Nicht gerade menschenwürdig, aber sehr effektiv.


Wahrscheinlich messen sie bei dem Test, wer über die Intelligenz verfügt, sich anschließend über den Rechtsweg zu wehren. Bei ihr hatten sie offensichtlich damit gerechnet, dass sie sich zwar ein wenig darüber aufregt, es aber letztendlich hinnimmt. Wäre da nicht das Team von "Monitor" gewesen, die beim Pressesprecher zwar unangenehme Fragen stellten, aber natürlich mal wieder keine befriedigende Antworten erhielten. 


Doris Kruse darf sich nun einreihen, in die Statistik für schwervermittelbare Aufgestockte. Im August 2014 waren es immerhin 4.066. Wer es zahlenmäßig noch ein bisschen genauer möchte, der kann sich hier einen Überblick über die tatsächliche Arbeitslosigkeit in Deutschland verschaffen.

 

Laut Monitor ist Doris Kruse kein Einzelfall. Also, Finger weg von solchen Tests. Wer weiß, was sie daraus basteln. Am Ende geht man abends ins Bett und am nächsten Tag, wenn der Postbote kommt, ist man schon geistig behindert. Wie schon erwähnt, wegen so einem Test wird der Arbeitsmarkt nicht besser. Damit sich da was tut, müsste Angi erstmal von ihrem ewigen Geschwafel über Wirtschaftswachstum und Vollbeschäftigung runterkommen. Das bedingungslose Grundeinkommen muss her, die gerechte Umverteilung muss her und Angi muss weg. Dann klappt`s auch mit der Arbeit!



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Kommentare: 3
  • #1

    Mick (Donnerstag, 23 Oktober 2014 15:14)

    Es ist eine Frechheit, mehr fällt einem dazu nicht ein.

  • #2

    Ralph (Donnerstag, 23 Oktober 2014 15:23)


    Sonnige Grüße aus Spanien!

    Ralph ;-)

  • #3

    MariaAnders (Freitag, 24 Oktober 2014 07:44)

    Hi Ralph,

    schön, mal wieder von Dir zu hören. Eine angenehme Überwinterung wünsche ich Dir
    :-)