Die große Verarsche der Stromerzeuger


Immer schön den Stromverbrauch hochhalten, damit man diese Dinger nicht abschalten muss
Immer schön den Stromverbrauch hochhalten, damit man diese Dinger nicht abschalten muss

Johannes Jürgenson deckt in seinem Buch "Die lukrativen Lügen der Wissenschaft" auf, wie unsinnige Ideen als Wissenschaft verkauft werden. 

 

Das komplette Buch steht als PDF-Datei zur Verfügung (siehe unten). Ich hab es noch nicht gelesen, wurde aber auf einen Abschnitt aufmerksam gemacht, den ich Euch gerne zeigen möchte:

 

Das Milliardending der Stromerzeuger


Unter diesem Titel erschien in „raum & zeit" 58/1992 ein Artikel, der mich auf einen Skandal aufmerksam machte, der sonst wohl spurlos an mir vorbeigegangen wäre, zumal ich im Rest der Presse nichts darüber entdeckt habe. Das Faktum selbst kann jeder nachprüfen: Seit 1987 wurde in Deutschland das gesamte Stromnetz klammheimlich von vorher 220 Volt auf 230 Volt hochgefahren (bei Drehstrom von 380 auf 400 Volt). Unter Ausnutzung der (ebenfalls erhöhten) Toleranzgrenzen beträgt die tatsächliche Spannung durchschnittliche 234 Volt. Warum?


Zunächst resultieren daraus zahlreiche Nachteile: Die Lebensdauer von Glühbirnen reduziert sich um ca. 30%, die Gefahr von Kabelbränden ist höher als zuvor und alle älteren Elektrogeräte, besonders solche, die auf Kühlung angewiesen sind, verschleißen schneller. Da freut sich die Elektroindustrie.


Das einzige, das für die Aktion spricht - und das ist auch schon der Grund: Der Stromverbrauch des ganzen Landes erhöht sich schlagartig und automatisch, und mit ihm die Stromrechnung. Und zwar um etwa 13%. Das kommt daher, daß sich nach den Gesetzen der Elektrotechnik die Stromleistung (die wir bezahlen) berechnet aus dem Produkt von Spannung und Strom. Steigt die Spannung um 6,3%, so steigt der Strom gleichermaßen, so daß der Verbrauch noch höher ist. Der bundesweite Mehrverbrauch ist etwa so hoch wie die Leistung eines Atomkraftwerkes. Ein gutes Argument für die Stromwirtschaft, noch eins zu bauen.


Alles in allem ein cleverer Trick, dem Verbraucher noch mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Aber dabei bleibt es nicht: Weil die Aktion so einfach über die Bühne ging, ist geplant, in den nächsten Jahren die „Toleranzen" europaweit auf 10% zu erhöhen. Dann stehen uns bis zu 253 Volt ins Haus (Mehrverbrauch dann: 32%!). Die freundliche Beratung der E-Werke zum Thema „Energiesparen" ist somit völlig absurd und kann getrost als abgrundtief verlogen bezeichnet werden.


Und so zocken sie uns fromm frei fröhlich hinter unserem Rücken ab. Immer und immer wieder. Mit fadenscheinigen Argumenten, sollte doch mal einer dahinter kommen. Bei Wikipedia wird dieses Vorgehen so ins rechte Licht gerückt:


Die Erhöhung der Spannung um etwa 5 % führt bei vielen Geräten zu einer Erhöhung der Leistung. Bei Geräten, deren Funktion auf dem Ohmschen Widerstand beruht, z. B. Heizlüfter oder Wasserkocher, steigt der Verbrauch quadratisch im Verhältnis zum Spannungsanstieg, also um etwa 10 %. In vielen Fällen bleibt die zu bezahlende Energiemenge in etwa gleich, da beispielsweise ein Wasserkocher aufgrund der höheren Leistung die gegebene Wassermenge entsprechend schneller aufwärmt und früher abschaltet. (Aha!)


Bei Glühlampen ist diese Erhöhung auf Grund der üblichen Kaltleiter-Charakteristik der Glühfäden etwas geringer. Höhere Spannung bedeutet aber auch niedrigere Energieverluste auf den Leitungen, wenn die gleiche Leistung übertragen wird. Bei Glühlampen kommt es über eine höhere Glühfadentemperatur jedoch zu einer Verkürzung der (statistisch wahrscheinlichen) Betriebsdauer.

Der Tod der Glühbirne hat mit moderner Technik nichts zu tun
Der Tod der Glühbirne hat mit moderner Technik nichts zu tun

Hier wird auch noch über Glühlampen geschrieben - äh, Leute, die wurden inzwischen verboten! Und hätten wir diese noch, dann könnte man ja die Glühdauer durch dickere Glühfäden verlängern. Wäre da nicht dieses miese profitgeile Phoebuskartell gewesen: 


Schon Anfang des 20ten Jahrhundert machten sich die Großindustriellen Gedanken darüber, wie sie noch mehr Profit aus ihren Produkten schlagen konnten, denn mit qualitativ hochwertigen Produkten machten sie kein Geschäft. Da kam ein paar Raffgierigen die Idee, ein Kartell zu gründen, welches genaue Vorgaben über Qualität und Lebensdauer einer Glühbirne vorschrieb. Wer überleben wollte, musste sich diesem Kartell anschließen. So entstand das Phoebuskartell.

 

Die Gründung des Phoebuskartells war ein absoluter Geniestreich. Außer der Bestimmung der Norm, von z. B. Gewinde, Form oder Größe einer Glühbirne, ging es hierbei um die Obsoleszenz der Glühbirne, also um die künstlich beeinflusste Veralterung. Es durfte keine Glühbirne mehr hergestellt werden, die länger brannte als 1000 Stunden. Wer sich trotzdem wagte, Qualität auf den Markt zu bringen, wurde mit so hohen Geldstrafen belegt, dass er praktisch Pleite gegangen wäre. Für die Profitgeier war dieses Handeln absolut notwendig, sonst würden heute noch Glühbirnen brennen, so wie das berühmte Centennial Light (hundertjähriges Licht) in Kalifornien.

 

Warum aber hat man dann die angeblich langlebige und umweltschonende Energiesparlampe eingeführt? Wenn man einen höheren Verbrauch anstrebt, hätte man doch bei der alten Glühbirne bleiben können - könnte jetzt so mancher fragen? Dazu hab ich eine Gegenfrage: Wessen Energiesparlampe hält so lange, wie die Packung verspricht? Derjenige solle sich bitte melden. Meine Erfahrung sagt mir, dass die Dinger absoluter Müll sind und auch nicht besonders länger halten, wie eine gute alte Glühbirne. Für mich liegen die Nachteile klar auf der Hand: das Licht ist schlecht, man sollte sie am besten lange brennen lassen, damit sie sich angeblich rentieren, weil sie bei häufigem An- und Ausschalten kaputt gehen und was das Schlimmste ist, sie sind hochgiftig, durch das Quecksilber. Wunderbar.


Mit diesen Argumenten kann man einen höheren Anschaffungspreis rechtfertigen, die Obsoleszenz ist trotzdem vorhanden, weil sie nicht das einhalten, was sie versprechen, die Brenndauer erhöht sich, weil sie nicht zum kurzen Ein- und Ausschalten geeignet sind und als genialer Nebeneffekt, werden wir auch noch vergiftet, so hat die Big-Pharma-Industrie auch noch was davon.


Zum Glück gibt es inzwischen Alternativen, die zwar auch zum Teil (LEDs) sehr teuer sind, aber immerhin nicht giftig. Halogen und LED revoluzionieren den Leuchtmittelmarkt und wir sollten alle die Finger von diesen gefährlichen Quecksilberbomben lassen und auf solche Alternativen umsteigen.


Alles in allem wissen sie wie es funktioniert. Schleichend wird irgendetwas beschlossen, von irgendwelchen nichtgewählten EU-Lobbyisten und wir bekommen es nicht mit, weil wir keinen Einfluss haben, geschweige denn ein Mitsprache- oder Entscheidungsrecht.


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Die lukrativen Luegen der Wissenschaft.p
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Obiger Abschnitt ist auf Seite 81 zu finden.


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Kommentare: 1
  • #1

    Matthias Weichert (Dienstag, 03 Februar 2015 14:29)

    Ich hab gehört, dass die neuen Birnen auch während dem Betrieb ausgasen, man solle sich nicht zu nahe an Birnen aufhalten, hiess es. Bei höherer Spannung verstärkt sich vermutlich der Effekt, am besten Finger weg von den Zeitbomben