Hypnotisierte Massen - Das Selbstexperiment - Teil 5


Wie konnte Hitler ein ganzes Volk dazu bewegen, so viele Menschen umzubringen? Wie schafft es die US-ReGIERung heute noch, ihre Soldaten dazu zu bringen, Zivilisten per Knopfdruck zu töten und zum größten Teil unschuldige Menschen in illegalen Gefängnissen zu foltern? 

 

Dafür gibt es mehrere Erklärungen: Zum einen den berühmten "Gruppenzwang", der uns schon als Kinder Dinge tun lässt, die wir alleine niemals tun würden, ja, auf die wir von selbst nicht einmal kommen würden. Es kommt nicht selten vor, dass Kinder von anderen Kindern Mutproben fordern, um dazuzugehören. Dabei gibt es kaum Grenzen. Man mag nicht glauben, wie kreativ Kinder dabei sein können.

 

Zum anderen teilt man Verbrechen so auf, dass es für den Einzelnen nicht erkennbar ist, an was für schlimmen Taten er sich beteiligt. Der eine verhaftet jemanden, der andere urteilt ihn ab, wieder ein anderer sperrt ihn ein und wieder ein anderer hält ihn gefangen usw.. Jede Tat an sich ist nicht übermäßig grausam, erst wenn man die ganze Kette aller Umstände betrachtet, sieht man das Leid des Opfers. Jasinna erklärt dieses Prinzip noch ausführlicher.

 

Dann gibt es noch die Unterwürfigen. Die, die sich jeglicher Verantwortung entziehen und Autoritäten als etwas Übergeordnetes betrachten, sogenannte Befehlsempfänger. Das sind die Gefährlichsten. Denn die gibt es zu Hauf unter uns. Es sind die unscheinbaren netten Menschen von nebenan, die keiner Fliege was zu Leide tun können, solange bis Autoritäten ins Spiel kommen. Dabei handelt es sich nicht nur um junge Soldaten, nein, jeder gefolgsame Schüler handelt nach diesem Prinzip, in dem er sein Hirn ausschaltet bzw. erst gar nicht einschaltet und wie ein trockener Schwamm das Wissen aufsaugt, was ihm der Lehrer einpflanzt (Indoktrination). Und wir brauchen gar nicht mit dem Finger auf andere zeigen, viele von uns wissen gar nicht, dass sie im einen oder anderen Fall ebenso reagieren würden.

 

Stanley Milgram hat dazu ein Experiment (zur Gehorsamsbereichschaft gegenüber Autoritäten) durchgeführt, welches durch sein erschreckendes Ergebnis traurige Berühmtheit erlangte. Dabei geht es darum, einem anderen Menschen, den man gar nicht kennt und der völlig unschuldig und unbedarft ist, Stromschläge bis zu 450 Volt zu verpassen, nur weil es der Leiter des Experimentes von einem verlangt. Jasinna geht darauf explizit ein. Das Traurige an der Geschichte ist, es wird nicht besser, sondern eher schlimmer. Die Manipulation der Massen zeigt Früchte, denn wo es 1961 "nur" 63% waren, die das Experiment voll durchzogen (also 450 Volt durchjagten), waren es in neueren Experimenten schon bis zu 75%!

 

Die wenigsten hatten den Schneid das Experiment abzubrechen, die Autorität in Frage zu stellen und ihm die Stirn zu bieten. Eine "nette" junge Frau zeigte sogar sadistische Züge, für sie waren die 450 Volt wohl nicht genug, sie hätte den Betroffenen bestimmt gerne schmorren sehen. Unglaublich!

 

Es gibt aber noch ein weiteres berühmtes Experiment: Das Stanford-Prison-Experiment. Darüber wurde sogar ein Film gedreht. Viele werden ihn kennen. Philip Zimbardo führte dieses Experiment im Jahre 1971 in der Stanford-Universität durch. Im Keller der Universität wurde ein Gefängnistrakt nachgebaut. Die teilnehmenden Studenten teilte man (per Münzwurf) in zwei Gruppen auf: Gefangene und Wärter. Zimbardo selbst übernahm die Rolle des Gefängnisdirektors. Einzelheiten entnehmt Ihr bitte dem Video. Ich will nur eines vorweg nehmen: Das Experiment geriet völlig aus den Fugen und musste abgebrochen werden, weil die Brutalität der Wärter gegenüber den Gefangenen Ausmaße annahm, die nicht mehr menschlich waren.

 

Der manipulierte Mensch ist inzwischen soweit, dass er keine Eigenverantwortung mehr übernehmen kann. Das hat man ihm schlicht und einfach "rausprogrammiert". Diese Menschen müssen wieder lernen, die Dinge aus moralischer Sicht zu betrachten und dann angstfrei zu handeln, ohne Rücksicht auf irgendwelche Konsequenzen. Wenn zum Beispiel mein Job voraussetzt, dass ich etwas Unmoralisches tun soll, dann darf ich mich nicht auf die Seite meines Arbeitgebers stellen, sondern muss eventuell den Job kündigen. Oder wenn ein Lehrer meinem Kind etwas beibringen will, was partout nicht richtig ist und es, nur weil es etwas in Frage stellt oder nicht glaubt, dafür schlechte Noten erhält, dann muss uns das egal sein. Ihr seht, es sind schon die kleinen Dinge, bei denen man Eigenverantwortung übernehmen kann. Wenn wir es jedoch nicht einmal schaffen, hier die Verantwortung zu übernehmen, wie können wir dann bei den weitaus wichtigeren Dingen nein sagen?

 

Denkt mal darüber nach, welchen Autoritäten Ihr die Verantwortung abgebt und ob Ihr daran nicht was ändern könnt!

 

Und jetzt weiterhin viele Erkenntnisse beim vorerst letzten Teil!


Dir gefällt dieser Artikel? Dann teile ihn mit Deinen Freunden!


Weitere Artikel aus den Kategorien:


Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Josef (Freitag, 04 November 2016 22:27)

    Finde das Video sehr gut, hab mich mit diesem Thema schon seit längerem befasst und immer noch dabei. Teile deine Meinung aber ich finde es führt zur depressiven Stimmung und zum Menschenhass... Wer würde nicht gern alles ändern oder vieles aber sind wir nicht in einem System von einem System und sind von diesem System scheinbar abhängig, weil wir meinen so vieles zu brauchen?