Individualpädagogische Maßnahmen bei einem Handwerker in Ungarn


Ein Leben zwischen Schrott und Gerümpel
Ein Leben zwischen Schrott und Gerümpel

Das Bild zeigt eine "individualpädagogische Maßnahme" in Ungarn. Besitzer ist ein "individualpädagogischer" Handwerker, der eine imaginäre Weiterbildung zum "Trauma- und Bindungsstörungs"-Experten absolviert hat. Des Handwerkers Referenzen sind seine "Lebenserfahrungen". Alles was er wissen muss, hat er sich auf autodidaktische Weise beigebracht. Ein echter Experte habe dem netten 64-jährigen ungarischen Handwerker bestätigt, was er alles könne, dass lernt man in keiner Schule. Für manche Bereiche mag das schon gelten, aber nicht für die pädagogische Betreuung eines Elfjährigen.


Nennen wir ihn "Paul"

Die Reporter des Nachrichten-Magazins "Monitor" haben in ihrem Bericht eine weitere unglaubliche Geschichte aufgedeckt, bei der es um die Verschleppung von Kindern ins Ausland geht. Dieses Mal geht es unter anderem um einen elfjährigen Jungen, den man aus seinem geregelten Leben herausgerissen und nach Ungarn deportiert hat.

 

Ich habe mit Absicht den Begriff "deportiert" gewählt, weil er ganz genau das aussagt was derzeit geschieht:

 

Verbrecher, unbequeme politische Gegner, ganze Volksgruppen verschleppen, verbannen, zwangsweise in ein Gebiet o. Ä. transportieren, wo sie nicht gefährlich werden können [lt. Duden]

 

(In der Handreichung des Internationalen Instituts für Individualpädagogik heißt es: Intensivpädagogische Auslandsmaßnahmen sind Grenzfälle des deutschen Jugendhilfesystems. Die Zielgruppe sind in der Regel Heranwachsende, die über viele Jahre perspektivlos zwischen Familie, Jugendhilfe, Heimbetreuung, Straße, Psychiatrie und/oder Gefängnis pendeln und von niedrigschwelligen Hilfsangeboten der Ämter und von professionellen Sozialarbeitern nicht mehr erreicht werden. Sie gelten als besonders schwierige Fälle der Jugendhilfe, die eine so genannte „Jugendhilfekarriere“ hinter sich haben, und benötigen auf ihre Individualität zugeschnittene professionelle pädagogische Settings.)

 

Die Angehörigen stehen diesen Entscheidungen machtlos gegenüber.

 

Aber bleiben wir bei Paul (so wird er von Monitor genannt). Mit 6 Jahren kam Paul in ein Heim, weil seine Mutter an schweren Depressionen leidet. Von Anfang an wollten sich Verwandte um Paul kümmern und ihn zu sich nehmen. Abgelehnt. Lediglich der regelmäßige Umgang mit Paul wurde ihnen gestattet. Der allerdings hat ihm so gut getan, dass er sogar auf`s Gymnasium (Perspektivlosigkeit?) kam. Dann plötzlich die erschreckende unbegreifliche nicht nachvollziehbare Nachricht: Paul soll nach Ungarn in eine individualpädagogische Maßnahme! Die Mutter und die Verwandten waren geschockt.

 

Szenenwechsel. Ein schmierig grinsender angeblicher "Amtsleiter" der Jugendverschleppungsorganisation in Dorsten teilte den Reportern von Monitor mit, dass es für Kinder wie Paul in Deutschland keine passenden Heime geben würde. Und weil man ja nur das Beste aus den Kindern- und Jugendlichen herausholen möchte, käme für solche Fälle bisweilen nur die Deportation ins Ausland in Betracht. In Pauls Fall der abgewrackte Hof eines Handwerkers in Ungarn.

 

Das muss für Paul der Horror sein. Der nette Handwerker spricht kein Deutsch und Freunde hat Paul in Ungarn auch noch keine gefunden. Die würden ihn wahrscheinlich von der intensiven pädagogischen Betreuung ablenken. Die Schulpflicht wird durch eine Web-Individualschule, zweimal die Woche für zwei Stunden abgedeckt. Heißt, Paul sitzt für vier Stunden in der Woche vorm PC und muss Materialien aus Deutschland abarbeiten. Online.

 

Was, in Gottes Namen, möchte man hier "Bestes" aus Paul herausholen? Ist das dort so eine Art "Survival-Training"? Entweder es macht ihn kaputt oder es stärkt ihn? Mit elf Jahren!


(Der Bericht von Monitor mit Paul gibt`s im nächsten Abschnitt)


Vetternwirtschaft, Korruption, Menschenhandel

Rechte gegen Cash
Rechte gegen Cash

Jeder normale Mensch fragt sich nun: Warum das Ganze? Es kann doch nicht möglich sein, dass man hier in Deutschland mit Kindern Handel betreiben kann. Oh, doch, es ist möglich und Mann kann.

 

Was im Fall Paul dahintersteckt, muss erst noch ermittelt werden, aber in einem anderen Fall funktionierte das so:

 

Man nehme den Leiter einer Kinder- und Jugendverschleppungsorganisation (in dem Fall Gelsenkirchen) und, um unter seinesgleichen zu bleiben, dessen Stellvertreter, gründe eine ungarische GmbH (KFT) und nenne sie "Neustart". Dann miete man ein Haus in Ungarn und deklariere dieses als "Kinderheim".

 

Und damit das Ganze nicht so auffällt, verbündet man sich mit einem deutschen Kinderheim, von wo aus Kinder und Jugendlichen deportiert werden. Eine Art "Zwischenlager". Und immer dann, wenn Nachschub kommt, verschleppt man überschüssige Kinder nach Ungarn. So macht man das.

 

Wenn der ganze Schwindel dann doch irgendwann mal aufgedeckt wird und man eine kleine Rüge vom Oberboss erhält, dann überschreibt man den ganzen Kram einfach auf den Bruder und die Ehefrau. So kann man noch einige Jahre weitermachen. Super Idee!

 

Wie so etwas dann in der Praxis aussieht, seht Ihr im zweiten Fall des Berichts:

Möglich ist eine Unterbringung im Ausland übrigens schon in 18 Ländern. Dabei handelt es sich um die Vertragsstaaten des Haager Kinderschutzübereinkommens von 1996, welches im Oktober 2010 in Kraft getreten ist:

 

Belgien, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Italien, Niederlande, Luxemburg, Malta, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Spanien, Zypern. 

Albanien, Armenien, Australien, Bulgarien, Ecuador , Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Marokko, Mo naco, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Tschechien, Ukraine, Ungarn, Uruguay.


Die gute Nachricht:

 

Die Sendung Monitor hat etwas bewirkt!

 

In einem Artikel bei T-Online heißt es:

 

"Die Leiter des Gelsenkirchener Jugendamtes wurden vom Dienst suspendiert." und weiter:

 

"Die Angelegenheit müsse "lückenlos aufgeklärt werden", teilte Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) mit. Die notwendigen Schritte habe er bereits eingeleitet. "Was ich in dem Bericht gesehen habe, macht mich fassungslos", erklärte Baranowski. Auch Wolfgang Heinberg, Fraktionsvorsitzender der CDU in Gelsenkirchen, fordert Aufklärung: "Wir wollen wissen, wie viele Kinder aktuell in Ungarn sind, wie viele da waren und was aus ihnen geworden ist.""

 

Den ganzen Artikel hier nachlesen!

 

Bleibt die Frage, in wie weit auch in anderen Fällen ermittelt wird (18 Länder stehen zur Verfügung) und wie die Strafen am Ende ausfallen. Hoffentlich bleibt es nicht nur bei einer Ermittlung, es müssen auch Taten folgen und man muss alle Kinder wie Paul sofort aus den Fängen dieser Menschenhändler befreien und ihren Familien zurückführen. Wir sind hier doch nicht bei der KabelEins-Serie "die strengsten Eltern der Welt".

 

Wer den Mut hat, kann auch gerne eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft LG Essen gegen die Gelsenkirchener Menschenhändler einreichen. So wie Thomas Wiechert vom Verein Eltern für Kinder im Revier e.V.. Nur bitte den Wortlaut etwas verändern, damit es nicht wie ein Serienbrief wirkt.

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Strafanzeige wegen Misshandlung von Schu
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Ein Einzelfall?

Nein, nein und nochmals nein. Die Publikationen über Fälle von Kindesverschleppung reißen nicht ab. Und wenn es ein Thema sogar in die Mainstream-Presse geschafft hat (SZ, Spiegel, die Zeit, die Welt, Bild, ARD, ZDF, WDR uvm.) und das sogar mit einer (hoffentlich) seriösen Berichterstattung, dann hat das schon etwas zu sagen. Eigentlich müsste hier die Alarmglocken läuten und zwar unüberhörbar.

 

Auch hier wird es einen Shitstorm bzw. eine Hetzjagd, wie im Fall Edathy, geben. Allerdings nur auf die, die man in aller Öffentlichkeit erwischt hat. Es ist ein Leichtes gegen ein paar Einzelne vorzugehen. Aber wie stellt man das bei einem ganzen System-Apparat an? Dazu müsste sich eine starke einflussreiche Lobby bilden. Das ist nahezu unmöglich. Wehrlose Kinder- und Jugendliche haben keine Lobby und deren Angehörige auch nicht, die haben mit den Traumata zu kämpfen und können sich nicht noch professionell vernetzen. Dazu fehlen ihnen die Kraft und die Mittel.

 

Um einmal aufzuzeigen, dass es sich hierbei nicht mehr nur um Einzelfälle sondern um ein skrupelloses System handelt, habe ich nachfolgend ein paar Fälle zusammengetragen:

 

Jugendamt in Bonn: Sieben Kinder und Jugendliche im Ausland untergebracht

 

Kritik an EU-Ländern: "Türkische Kinder illegal den Familien weggenommen"

 

Kind überfordert Jugendamt - ab nach Kirgisien (5.000 Kilometer entfernt)

 

19 Jugendliche aus Lünen im Ausland

 

Die Höhlen-Mädchen von Teneriffa


Haben Jugendämter "Dreck am Stecken"

 

Profitabler Kinderklau durch Jugendamt mit Steuergelder (Ausschnitt Mona Lisa)

 

Mit Kindern Kasse machen - Wenn Jugendhilfe zum Geschäft wird (ARD Doku)


...und so weiter, und so fort!!!


Google-Ergebnis-Liste Schlagwörter "Kinderklau in Deutschland"


Und wenn man bei YouTube die Schlagwörter "Kinderklau Jugendamt" eingibt, erhält man etwa 1.350 Ergebnisse. Wobei viele davon mit Sicherheit doppelt sind, aber viele eben nicht.


Krähen - eine Gattung unter sich

Hugin und Munin. Die beiden Spionage-Raben des Odin.
Hugin und Munin. Die beiden Spionage-Raben des Odin.

Warum wird gegen solche Machenschaften nicht häufiger ermittelt und wenn, dann erst wenn die Öffentlichkeit involviert ist? Die Frage ist berechtigt. Die Antwort aber immer die Gleiche: Weil keine Krähe der anderen ein Auge aushackt.

 

Wer sagt uns denn, dass der Boss nicht auch genug Dreck am Stecken bzw. seine Leichen im Keller liegen hat? Jeder Mann weiß was passiert, wenn er gegen den Wind pinkelt. Auch sollte, wer im Glashaus sitzt, nicht mit Steinen schmeißen und wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

 

Die Frauenquote ist in solchen Positionen nicht umsonst sehr niedrig gehalten. Frauen verfügen vermehrt über sogenannte "Soft Skills", wogegen Männer eher die "Hard Skills" vertreten. Demzufolge ist aus den eigenen Reihen weder Aufklärung noch Bestrafung zu erwarten.

 

Heute weiß man auch, dass gerade in Führungspositionen vermehrt Psychopathen und Narzissten sitzen:

 

"Sie manipulieren andere, sind erfolgreich – und gefährlich. Überdurchschnittlich viele Psychopathen schaffen es ins höchste Management, sagt der Psychologe Jens Hoffmann." Die Zeit

 

Das ganze Interview hier nachzulesen


Für die zwei Gelsenkirchner Kinderhändler ist es dumm gelaufen. Hätte Monitor nicht recherchiert (was eigentlich die Aufgabe der Staatsanwaltschaften ist), hätte sich niemand darum geschert. Selbst die Stadt Gelsenkirchen hielt das nur für ein Kavaliersdelikt. Meiner Meinung nach, haben sie sich so zum Mittäter gemacht. Warten wir den Verlauf der Ermittlungen ab. Eines jedoch ist sicher: Die anderen sind gewarnt.


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