Das Gedächtnis der Gene - Epigenetik


Epigenetisch sind alle Prozesse in einer Zelle, die als „zusätzlich“ zu den Inhalten und Vorgängen der Genetik gelten
Epigenetisch sind alle Prozesse in einer Zelle, die als „zusätzlich“ zu den Inhalten und Vorgängen der Genetik gelten

Die Epigenetik ist nicht einfach zu erklären. Sehr vereinfacht könnte man sagen: Es geht um Geninformationen, welche nicht von der DNA bestimmt werden, sondern von "außen" "dazu" kommen. Doch auch sie können sich von Generation zu Generation weitervererben. Dabei spielen die Erlebnisse der Eltern und Großeltern eine bedeutende Rolle.

 

Ein Beispiel: Wenn z. B. die Großeltern Hunger gelitten haben, könnte dies als Erbinformation in den Genen gespeichert werden und zur Folge haben, dass die Kinder und/oder Enkel später an Diabetes leiden.

Geninformationen sind nicht in Stein gemeißelt

Wer glaubt, dass unsere Erbmasse am Tage unserer Zeugung fest steht und sich von da an nie mehr verändert, der irrt gewaltig. Unsere Gene merken sich ganz genau, was wir erleben. Und diese Informationen gehen am Tag der Zeugung ebenso auf das Kind über, wie die Geninformationen, die in der DNA festgeschrieben sind. Dieses Kind "sammelt" wieder weitere Geninformationen von außen, die dann wiederum auf seine Kinder und Enkelkinder übergehen - und so weiter... und so fort. So können Krankheiten entstehen, deren Ursache wir zunächst nicht begründen können.

 

Vererbbare Geninformationen sind also nicht, wie in der Genforschung bislang angenommen, in Stein gemeißelt. Es kommen im Laufe unseres Lebens viele zusätzliche Geninformationen von außen hinzu. Das fand auch der Zellbiologe Bruce Lipton heraus, der in seinem Buch "Intelligente Zellen" genau beschrieben hat, wie viel Einfluss unsere Umwelt, unsere Gedanken und unser Lebensstil auf die Gene haben. Frei nach dem Motto: "Nicht Gene prägen den Menschen - der Mensch prägt die Gene!"

 

Mehr dazu in diesem tollen Artikel.

Gene "wissen" genau von wem sie abstammen

In der nachfolgenden Doku wird u. a. beschrieben, wie zwei verschiedene Krankheiten durch ein und denselben Gendefekt verursacht werden können. Ein fehlendes Teil des Chromosom 15 war Auslöser für gleich zwei völlig unterschiedliche Krankheitsbilder. Wie konnte das sein? Der Forscher, der dieses Phänomen entdeckt hatte, fand heraus, dass der Gendefekt vom Vater die eine Krankheit und der Gendefekt von der Mutter die andere Krankheit hervorgerufen hat. Die Gene wissen also genauestens Bescheid von wem sie abstammen - vom Vater oder von der Mutter. Faszinierend.

Aus - An / Diese Gene verfügen über einen An- und Ausschalter

Die Frage, warum manche Geninformationen, die nicht in der DNA gespeichert sind, vererbt werden, lässt sich damit beantworten, dass unsere Gene über An- und Ausschalter verfügen. Dieses An- und Ausschalten der Gene nennen die Forscher "Epigenetik". Der Schalter für das An- und Ausschalten ist eine Methylgruppe, die an den DNA-Baustein Cytosin gehängt wird. Das jedoch ist nur der rein biologische Vorgang. Wer jedoch "bedient" diesen Schalter.


Wir selbst betätigen diesen Schalter. Durch Einflüsse und Erlebnisse von außen. Und wenn er einmal angeschaltet ist, wird er auch so weitervererbt. Gerade in der Schwangerschaft werden Schalter aktiviert. Zahlreiche Studien konnten beweisen, dass sich Erlebnisse oder Einflüsse von außen, besonders im letzten Drittel der Schwangerschaft, auf das Erbe auswirken. 


Jetzt wissen wir, wie diese Schalter aktiviert werden. Der nächste Schritt wäre: Wie schaltet man sie wieder aus?


Wie das Ganze genau vonstattengeht, schaut Ihr Euch am besten in der folgenden Doku an.


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Kommentare: 2
  • #1

    jürgen (Samstag, 23 Mai 2015)

    Gene sind Sende und Empfangsantennen. Wenn ein Elternteil eine Krankheit hat senden die Gene es in die nächste Generation. Manche nennen das vererben. JEDER ist jederzeit in der Lage seine eigenen Gene umzuprogrammieren. Wofür sonst hätten wir ein Bewusstsein? Wer in Opferhaltung ist muss sich nicht wundern Opfer zu sein. Warum geschieht alles nach unserem Glauben? Wer erschafft unseren Glauben? Wer kann sich aus Glauben lösen und zum Frager werden, um somit ins Wissen zu kommen? Entweder ich weis etwas oder ich denke nach. Entweder ich will etwas oder ich will es nicht. Dann gibt's noch sehr Viele die Beides nicht wollen und lassen mit sich machen was andere wollen und wundern sich über ihren Zustand. Dann gibt's noch die Lahmlegung von 10 unserer 12 DNA Stränge. Zufall? Oder ein Resultat von Manipulation? Gen An und Aus Schalter werden auch von anderen benutzt, sowie von unserem eigenen Bewusstsein. Wir sind es selbst worauf es ankommt, ohne Ego versteht sich.

  • #2

    maras-welt (Samstag, 23 Mai 2015 14:10)

    @Jürgen:

    Genau das beschreibt Bruce Lipton so gut. Er geht ja noch weiter und macht die Proteine zum eigentlichen "Verantwortlichen". Sie haben den größten Einfluss auf die Gene und werden von "außen" programmiert.

    LG
    mara