"Paul" - nach Ungarn verschleppt - ist wieder bei seiner Familie und Ex-Jugendamtsleiter kriegen den Hals nicht voll


Der elfjährige Junge lebte zwischen Gerümpel und Schrott
Der elfjährige Junge lebte zwischen Gerümpel und Schrott

Der Bericht vom Nachrichten-Magazin Monitor hat nicht nur bewirkt, dass der Fall der beiden Jugendamtsleiter aus Gelsenkirchen am 12. Juni vor einem Ausschuss behandelt wird, sondern auch dass "Paul" (so wurde er von der Redaktion genannt) wieder zu Hause bei seiner Familie ist.


Kaum zu glauben, dass ein 10 Minuten langer Bericht so viel bewirken kann. Da sieht man mal wieder, wie viel Einfluss die Berichterstattung der Mainstream-Medien hat. Wie wäre es mit einer Abendsendung, die sich nur mit Kindesentführung durch Jugendämter beschäftigt? So was wie Aktenzeichen XY, nur für Kinder.

Über die beiden Fälle könnt Ihr hier noch mal nachlesen:

Individualpädagogische Maßnahmen bei einem Handwerker in Ungarn


Rechtsanwalt Saschenbrecker holt "Paul" wieder nach Hause

Was für ein Glück für "Paul" und seine Familie. Endlich ist er wieder zu Hause, bei entfernten Verwandten. Der Fachanwalt für Psychiatrierecht Thomas Saschenbrecker hat es geschafft ihn zurückzuholen. Die genauen Umständen sind allerdings nicht bekannt. Egal, was zählt ist das Ergebnis.

 

Quelle: archeviva.com

 

Hier könnt Ihr Euch noch mal den Fall "Paul", und ein paar andere Fälle, anschauen.


Wenn man den Hals nicht voll kriegt

Die sauberen Herren Ex-Jugendamtsleiter Alfons Wissmann und Ex-Jugendamtsleiter-Stellvertreter Hans-Jürgen Meißner hatten nicht nur ein Kinderheim in Ungarn betrieben und waren mit anderen Kinder- und Jugendlichen-Einrichtungen verbändelt, nein, sie haben zudem noch von einer Reitfreizeit profitiert, die die Stadt Gelsenkirchen seit 1997 im ungarischen Orfü durchführt. Meißner besitzt heute noch einen Teil des Reiterhofs.

 

Inzwischen fällt das ganze Kartenhaus dieser Verbrecher-Organisation zusammen. Aber so ist das, wenn man den Hals nicht voll kriegt und nur noch den Profit sieht. Sie scheinen sich durch ihre leitende Position sicher gefühlt zu haben. Doch dank der Recherchen der WDR-Redaktion konnte auch dieser Skandal aufgedeckt werden. Mal schauen, was noch alles an die Oberfläche kommt und wie die Konsequenzen für die Beteiligten ausfallen.

 

Alles über den neuen Skandal könnt Ihr hier nachlesen:

WDR-Doku-Redaktion "die story": Steuergeld für Reitfreizeit - Verdiente der Gelsenkirchener Jugendamtschef am Ferienangebot seiner eigenen Behörde?

 

Und über die Dreistigkeit des Herrn Wissmann hier:

Recherchen der WDR-Doku-Redaktion "die story": Interne Mail belastet Gelsenkirchener Jugendamtsleiter schwer / OB Baranowski kündigt weitere juristische Schritte an

 

Kurzbericht aus der "aktuellen Stunde":

Neue Vorwürfe gegen Jugendamtsleiter: Aktuelle Stunde vom 10.05.2015


Investigativer Journalismus oder die "Vierte Gewalt"

Die WDR-Redaktion hat hier ohne Zweifel "investigativen Journalismus" betrieben. So soll es sein.


Die Aufdeckung durch Journalisten kann derart gefährlich sein, für diejenigen die es trifft, dass es dafür sogar einen eigenen Begriff gibt, der sich "Vierte Gewalt" nennt:


Vierte Gewalt, vierte Macht oder publikative Gewalt wird als informeller Ausdruck für die öffentlichen Medien, wie Presse und Rundfunk, verwendet. „Vierte Gewalt“ meint dabei, dass es in einem System der Gewaltenteilung eine vierte, virtuelle Säule gibt. Neben Exekutive, Legislative und Judikative gibt es danach die Medien, die zwar keine eigene Gewalt zur Änderung der Politik oder zur Ahndung von Machtmissbrauch besitzen, aber durch Berichterstattung und öffentliche Diskussion das politische Geschehen beeinflussen können. [Wikipedia]


In der Vergangenheit gab es schon einige Aufdeckungen durch Journalisten, die auch schon so manchen zu Fall brachten. Leider hat der investigative Journalismus in den letzten Jahren sehr nachgelassen oder wurde dazu genutzt um z. B. unliebsame Menschen aus dem Weg zu räumen. Warum sich das so entwickelt hat, beschreibt Udo Ulfkotte in seinem Bestseller "Gekaufte Journalisten". 


Die Journalisten sind wieder gefragt, ihren eigenen Weg zu gehen und sich nicht aufhalten zu lassen. Schließlich verfügen sie über eine mächtige Waffe: Die Öffentlichkeit. Die sollten sie nicht leichtfertig einsetzen. Können wir nur hoffen, dass in Zukunft noch mehr solcher Fälle aufgedeckt werden, auch gerne mal in höheren Kreisen - da hätte ich nichts dagegen.


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Kommentare: 2
  • #1

    marlene (Sonntag, 15 November 2015 17:47)

    Hier bei uns in Österreich (bei Euch in Deutschland wird das nicht anders sein) besteht das Hauptgeschäft vieler Kinderdörfer mittlerweile in der Fremdbetreuung von Kindern, die aus intakten Familien abgenommen wurden - einfach weil´s ein Riesengeschäft ist und -zig Leute mitverdienen JUgendämter, (Juristen, Gutachter, Therapeuten, Betreuer usw.).

    Gut, daß da immer mehr aufgedeckt wird! Gilt in allen Bereichen - wenn diese Leute ihre Machenschaften nicht mehr verdeckt durchführen können, ist rasch Schluß damit!

  • #2

    maras-welt (Sonntag, 15 November 2015 18:06)

    Es wird zwar viel aufgedeckt, doch leider werden immer noch zu viele Verbrechen an unseren Kindern verbracht.
    Aber die Mütter und Väter lassen sich das nicht mehr gefallen. Das sind echte Kämpfer dabei.