Bald urheberrechtliche Abmahnungen wegen Urlaubsfotos?


Der Metropol Parasol ist eine Holzkonstruktion in der Altstadt der spanischen Stadt Sevilla - solch ein Bild soll bald unter Urheberrecht stehen
Der Metropol Parasol ist eine Holzkonstruktion in der Altstadt der spanischen Stadt Sevilla - solch ein Bild soll bald unter Urheberrecht stehen

An die geraden Gurken, die genormte Krümmung der Banane und an noch so mancherlei schräge Gesetze haben wir uns ja schon gewöhnt, die tun auch nicht sonderlich weh, aber was sich die EU jetzt wieder hat einfallen lassen, schlägt dem Fass den Boden aus. Demnächst soll darüber abgestimmt werden:

 

„Das Europaparlament vertritt die Auffassung, dass die gewerbliche Nutzung von Fotografien, Videomaterial oder anderen Abbildungen von Werken, die dauerhaft an physischen öffentlichen Orten platziert sind, immer an die vorherige Einwilligung der Urheber oder sonstigen Bevollmächtigten geknüpft sein sollte“.

Doch was heißt das im Klartext? Das soll heißen, dass wenn Ihr demnächst Urlaubsfotos vom London Eye oder dem Big Ben macht, diese auf Facebook postet, weil Ihr gerne alle Eure weitentfernten Bekannten/Verwandten daran teilhaben lassen wollt, Ihr vorab die Einwilligung des Urhebers bzw. dessen Bevollmächtigten einholen müsst. Tut Ihr das nicht, öffnet Ihr den berüchtigten "Abzocker-Anwälten" Tür und Tor. Diese meinen dann, das Recht zu haben, Euch unverhältnismäßig hohe Angebote verschicken zu dürfen.


Warum gerade Facebook? Tja, weil Ihr durch die Nutzung von Facebook deren AGBs zugestimmt und somit die Rechte an den Bildern übertragen habt. Facebook sichert sich damit lediglich rechtlich ab, da die Öffentlichkeit Zugriff auf die Bilder hat. Ebenso könnte es bei Whatup aussehen, da z. B. das Profilbild von jedem, der über Eure Handynummer verfügt, gesehen werden kann. Das wäre das Aus für Postings wie: "Im Urlaub waren wir in bla, bla, bla, bei bla, bla, bla, seht euch die schönen Fotos an!". Pustekuchen, nix mehr schöne Fotos vor dem Metropol in Sevilla, oder dem Eiffelturm in Paris oder vor dem Kolosseum in Rom usw.. Wenn es nach der EU geht, müsste ein Bild dann so aussehen:

Ulmer Münster - der gute Mann sieht nun aus, wie einer der sieben Zwerge
Ulmer Münster - der gute Mann sieht nun aus, wie einer der sieben Zwerge

Oder Ihr holt Euch vorher die Einwilligung der evangelischen Kirche. Aber wer macht das schon? Ist doch mal wieder nur ein weiterer Schritt, eine der wenigen Freiheiten die wir noch haben, einzuschränken, nämlich die sogenannte "Panoramafreiheit".


Reiseblogs, Flyer, Werbung usw. ginge dann nicht mehr

Bisher war es in Deutschland, Großbritannien und vielen anderen europäischen Ländern gestattet, Fotos von Bauwerken und Sehenswürdigkeiten an öffentlichen Orten auch gewerblich zu nutzen, solange sie von einem selbst erstellt wurden. Hier galt bisher nur das Urheberrecht auf das Foto, nun soll das Urheberrecht auf den Inhalt des Foto ausgedehnt werden. Heißt, bevor Ihr ein Foto einstellt, müsstet Ihr ersteinmal prüfen, ob sich nicht irgendwo zufällig ein urheberrechtlich geschütztes Bauwerk darauf befindet. Viel Spaß beim Suchen!


Panoramafreiheit - für Wikipedia nicht mehr wichtig

Bis vor wenigen Tagen blinkte mich auf Wikipedia noch ein Banner an, der um Unterstützung zum Erhalt der Panoramafreiheit bat. Dieser Banner ist heute verschwunden. Warum das denn?


Auch das Bild des London Eye war dort geschwärzt zu finden. Heute ist es wieder voll und ganz zu sehen. Was ist da los auf Wikipedia? Haben die Wiki-Päpste etwa keine Lust mehr auf Protest? Tja, überall ist es nur eine Frage des Preises. Mal sehen, was von der Seite noch kommt, denn immerhin ist auch Wikipedia kommerziell und wäre somit ebenso von dieser Einschränkung betroffen.


Dafür gibt es andere Proteste, diese Petition von CitizenGO z. B.:


Wenn jemand meine Texte kopiert, dann hab ich doch was gut gemacht?

Im Grunde können die mich alle mal gern haben, mit ihren Besitzansprüchen. Beziehen wir unsere Ideen, Fähigkeiten und Talente nicht etwa ALLE aus einer Quelle? Da ist der eine eben nur manchmal schneller als der andere. Wenn man bedenkt, wie oft das Rad schon erfunden wurde.


Meine Texte werden auch sehr häufig eins zu eins übernommen, ohne das mich jemand fragt. Ich freue mich sogar darüber, das bestätigt mir doch nur, dass ich es gut gemacht habe und andere es auch toll finden. Natürlich könnte ich jetzt im Netz rumsurfen und nach Urheberrechtsverletzern suchen, einen korrupten, illegalen Anwalt von der Leine lassen und ihn auf Menschen hetzen, die meine Texte einfach nur gut finden und verbreiten wollen.


In der Hinsicht muss sich noch einiges ändern. Wir müssen weg von dem Denken: meins, meins, meins... sondern hin zu dem Denken: unsers, unsers, unsers...


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Kommentare: 1
  • #1

    jürgen (Dienstag, 30 Juni 2015 11:17)

    Das Drängen in jede Form von Abzocke (Qual) ist ein Weckruf endlich mal zu sich selbst zu kommen. Wenn so ein durchgeknalltes dunkles rechtsanwaltliches Abzockerwesen einen schreibt, einfach die eigenen AGB´s mitteilen. Ich weiß, in dieser Welt wird man nicht in Ruhe gelassen, es ist eine beschissene und gemachte Welt. Europaparlament ist sowieso das Letzte. Europa ist NWO und NWO ist Totalentmündigung.

    Zum Denken,; "meins meins meins." Wenn wir wie oben beschrieben aus einer Quelle sind, bzw. die Quelle selbst sind, dann ist jedes Wort welches Kunde getan wird für alle gemeint. Somit geben wir besser gute Worte von uns.

    Das gleiche gilt für Patente. Wenn einer etwas erfindet sollte es global gestreut werden damit keiner auf die Idee kommt diese Patente aufzukaufen oder zu stehlen. Immer raus damit und nicht immer irgendeinem Profit nachrennen.

    Wenn wir die gemachte Welt bereinigen wollen dann immer raus mit den Infos, auch Infos über den Schatten damit dieser beleuchtet und abgestellt werden kann. Millionen haben gegen den codex alimentaris aufbegehrt und der Euroschatten hat diesen trotzdem verabschiedet. Diktatur. In Diktaturen sind Proteste sinnlos. Es sei denn es protestieren viele auf den Straßen oder schreiben es auf ihren Autos usw. Der Schatten scheut die Öffentlichkeit, somit immer schön alles aufnehmen und raus damit. Namen aller Beteiligter nennen. An seinem Haus und Auto einen Zettel anbringen, "auf diesem Gelände wird gefilmt, jeder der dieses Gelände betritt willigt Aufnahmen seiner Person ein". Sich selbst zur öffentlichen Person oder Menschen erklären, somit ist alles öffentlich was mit mir gemacht wird.
    Oh ich schweife schon wieder ab.
    Zu den eigenartigen Europaparlamentariern noch etwas. Diese wurden gefilmt wie sie sich Freitagsmorgens noch schnell in eine Anwesenheitsliste eintrugen und dann den Flieger nach Hause nahmen. Da liegt das Abzocken im Blut. Und diese Leute haben die Richtlinie des Karamellbonbons erstellt. Ein dreißigtausend Wörter umfassendes Werk. Ja richtig gelesen. In solchen Kreisen kann man doch nicht leben, oder? Wird Zeit das diese Sinnlosigkeit von Mutter Erde verschwindet und endlich die neuen von uns selbst erschaffenen Lebensgemeinschaften entstehen werden.
    Oh, schon wieder abgeschweift