GEZ: Und schon wieder ein Tübinger Beschluss bzgl. der Zwangsvollstreckung durch einen GV


Wer nicht ständig auf dem aktuellen Stand ist, findet sich in einem Chaos wieder
Wer nicht ständig auf dem aktuellen Stand ist, findet sich in einem Chaos wieder

Tri tra trullala, tri tra trullala, ein neuer Beschluss ist da - juche! Der neue Beschluss vom Tübinger Landgericht rundet das Chaos, rund um die Zwangsvollstreckungs-Serie, mal wieder voll ab. Wenn wir alle darauf bezogenen Urteile/Beschlüsse zusammenzählen, müsste das die Nr. 6 sein. Eine Entwurschtelung diesbezüglich, hatte ich erst kürzlich in einem anderen Artikel veröffentlicht.


Meine Leser wissen, dass ich der Juristen-Sprache nicht mächtig bin, aber eines konnte ich herauslesen: Das was die "GEZ" und die GVs täglich tun, ist illegal!!! Und trotzdem wird keiner von ihnen zur Verantwortung gezogen.

Also, wenn ich als Privatperson schon zum siebten Mal vor Gericht war und mindestens vier Urteile/Beschlüsse vorliegen, dass das, was ich getan habe nicht rechtmäßig ist, ich denke, dann müsste doch irgendeinem Richter mal auffallen, dass das jetzt endlich aufhören muss. Warum nur, darf so ein Abzocker-Unternehmen immer wieder weitermachen? Immer mit der gleichen Tour. Weil es sich um "Einzelfallentscheidungen" handelt. Klagen gegen die "GEZ" wurden bisher immer abgewiesen.


Die Rüge zwischen den Urteilen

Einen dicken Daumen runter für die Geschäftsgebaren der "GEZ"
Einen dicken Daumen runter für die Geschäftsgebaren der "GEZ"

Zwischen dem BGH-Urteil vom 11.6.15 und dem letzten Tübinger Beschluss vom 9.9.15, genau am 7.7.15, gab es noch eine "Rüge" vom Verwaltungsgericht Neustadt:

 

"Das Gericht rügte die rechtswidrigen Geschäftsgebaren des Beitragsservices und der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten scharf." [Quelle]

 

Aber was genau ist eine Rüge? Fragen wir den Duden:

 

"aus ernsterem Anlass in entschiedener Form vorgebrachter Tadel"

 

Hier noch ein paar Synonyme zur Rüge:

 

"Maßregelung, Tadel, Verweis, Vorhaltung, Zurechtweisung; (gehoben) Schelte; (umgangssprachlich) Abreibung, Anpfiff, Anranzer, Anraunzer, Anschnauzer, Rüffel, Standpauke, Strafpredigt, Zigarre; (salopp) Anschiss, Ranzer; (landschaftlich) Nasenstüber; (landschaftlich umgangssprachlich) Staucher, Wischer"


Und jetzt? Wenn mir ein Hund vor die Haustüre scheißt, dann rüge ich den Hundebesitzer. Was macht der Hundebesitzer in dem Fall? Er lässt seinen Hund einfach beim nächsten vor die Türe scheißen. Was macht die "GEZ" mit dieser Rüge? Abheften, im Ordner mit der Aufschrift: Interessiert uns nicht!


Wenn die Aasgeier mal wieder unterwegs sind

Wenn die Aasgeier mal wieder unterwegs sind (Bildquelle: Thorben Wengert - Geier Tierpark Nordhorn/pixelio.de)
Wenn die Aasgeier mal wieder unterwegs sind (Bildquelle: Thorben Wengert - Geier Tierpark Nordhorn/pixelio.de)

Ich persönlich denke, es ist eine Möglichkeit, mit diesen ganzen Urteilen und der scharfen Rüge, einem Gerichtsvollzieher entgegenzutreten. Ein Schreiben mit einer Zurückweisung, einem Hinweis auf die einzelnen Urteile und die Rüge müsste "eigentlich" genügen, um aufzuzeigen, dass sie rechtswidrig handeln.

 

Und, ich halte es immer noch für am besten, wenn man das Schreiben persönlich abgibt und es vor Ort von Mensch zu Mensch in aller Ruhe bespricht. Vorab sollte man allerdings selbst so fit sein, dass man gut argumentieren kann. Wer sich nicht alles merken kann, sollte sich Notizen machen. Denn eines ist so gut wie sicher: Wer herumeiert und unsicher ist, der ist ein gefundenes Fressen für jeden selbstbewussten GV. Die spüren das sofort.

 

Um die Angst vor einem GV zu verlieren, kann es hilfreich sein, sich vorab die Expertise von der Grundrechtepartei genau durchzulesen. So erfahrt Ihr, mit wem Ihr es zu tun habt, nämlich mit einem selbstständig arbeitenden, persönlich haftendem Inkasso-Unternehmer, der ein wirtschaftliches Interesse hat, seine Aufträge durchzuführen. Sonst verdient er kein Geld - Punkt.

 

Ein Recht auf Amtshilfeersuchen hat er nicht. Davon abgesehen: Wo könnte er denn Amtshilfe ersuchen? Bei der Firma Polizei? Nö, geht ja auch nicht. Das heißt, wenn er mit der Polizei droht oder gar mit ihr antanzt, hat er lediglich einen Auftrag erteilt, so als würde er einen privaten Sicherheitsdienst beauftragen. Beide haben keine hoheitlichen Befugnisse, weder der GV noch die Bediensteten der Firma Polizei. Leider wird diese Tatsache ständig negiert.

 

So und nun komme ich endlich zum letzten Beschluss des Tübinger Landgerichts vom 09.09.2015 - 5 T 162/15.

Bitte beachtet hier, dass es sich um eine Einzelfallentscheidung handelt.


Viel Spaß beim Lesen :-)


LG Tübingen Beschluß vom 9.9.2015, 5 T 162/15

Quelle: http://lrbw.juris.de/cgi-bin/laender_rechtsprechung/document.py?Gericht=bw&nr=19803


Gläubiger und Vollstreckungsbehörde bei Rundfunkbeiträgen in Baden-Württemberg:

Unzulässigkeit der Zwangsvollstreckung aufgrund Einzelfallumständen


Tenor

  1. Auf die sofortige Beschwerde des Schuldners wird der Beschluss des Amtsgerichts Tübingen vom 20.05.2015, Az. 2 M 715/15, aufgehoben und die Zwangsvollstreckung aus dem Vollstreckungsersuchen vom 1.12.2014 für unzulässig erklärt.
  2. Die Gläubigerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.
  3. Die Voraussetzungen zur Zulassung der Rechtsbeschwerde liegen nicht vor.

Gründe


I.
Am 8.12.2014 ist beim Gerichtsvollzieher beim AG Tübingen ein Vollstreckungsersuchen eingegangen. Im Kopf des Schreibens findet sich links das Wort „Südwestrundfunk“ (ohne Angabe von Rechtsform und Anschrift) sowie rechts das Logo des „ARD ZDF Deutschlandradio - Beitragsservice“ (künftig: Beitragsservice) nebst sämtlichen Adress- und Kontaktdaten. Auf Seite 2 findet sich die Grußformel „mit freundlichen Grüßen Südwestrundfunk“, Seite 3 schließt nach der Aufstellung betreffend Festsetzungsbescheiden mit einem Hinweis auf die elektronische Datenverarbeitungsanlage.
Dieses Ersuchen stellt den zugrundeliegenden Vorgang dar; es werden Zahlungsrückstände und „Bescheide“ aufgelistet, ohne allerdings in der entsprechenden Aufstellung eine den Bescheid erlassende Behörde anzugeben.
In der Sache selbst wurden Anträge gem. § 802 I, 802 b, 802 f, 802 l, 900 ZPO gestellt.
II.

Der Gerichtsvollzieher hat die Eintragungsanordnung nach erfolgloser Zahlungsaufforderung noch nicht erlassen, jedoch zur Abgabe der Vermögensauskunft geladen. Das Vollstreckungsersuchen hat er wie folgt bezeichnet:

„Zwangsvollstreckungssache ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice, … Köln, gegen Herrn. …“. Hiergegen hat der Schuldner Rechtsmittel gem. § 766 ZPO eingelegt, das vom Amtsgericht mit angegriffenem Beschluss vom 20.5.2015, in dem „-Beitragsservice - ARD ZDF Deutschlandradio, … Köln“ als Gläubigerin im Rubrum erscheint, zurückgewiesen wurde.

III.
1. Die Beschwerde ist zulässig.
2. Die Einzelrichterzuständigkeit ist gegeben. Im eine frühere Entscheidung des LG Tübingen (5 T 81/14) aufhebenden Beschluss vom 11.6.2015 hat der Bundesgerichtshof grundlegende Fragen zur Vollstreckung von Rundfunkbeiträgen beantwortet.
3. Der angefochtene Beschluss war danach unter Zugrundelegung der Grundsätze der Entscheidung des Bundesgerichtshofs vom 11.6.2015 (I ZB 64/14) aus tatsächlichen Gründen aufzuheben und die Zwangsvollstreckung aus dem verfahrensgegenständlichen Vollstreckungsersuchen für unzulässig zu erklären. Weder der Gläubiger noch die Vollstreckungsbehörde sind ausreichend bezeichnet. Der Fall unterscheidet sich in tatsächlicher Hinsicht vom durch den BGH entschiedenen Fall darin, dass der Gerichtsvollzieher dort als Gläubigerin einen „SWR ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice Köln“ angenommen hat, während der Gerichtsvollzieher hier von einem Gläubiger „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ ausgegangen ist.
4. Der Gläubiger muss so genau bezeichnet sein, dass er richtig festgestellt werden kann. Der Schuldner muss erkennen können, gegen wen ggf. Vollstreckungsgegenklage zu erheben wäre, auf wessen Forderung er zahlen muss. Die Bezeichnung wäre jedenfalls unzureichend, wenn ein Rechtsmittel des Schuldners bei Übernahme der Bezeichnung an der korrekten Passivlegitimation scheitern würde (vgl. BayVGH, 8.9.2005, 7 C 05.2201, juris-Rn. 2). Unklarheiten gehen zu Lasten des Gläubigers; die Angabe der vertretenden Person ist dagegen, wenn ansonsten sichere Feststellbarkeit gegeben ist, dabei nicht zwingend (vgl. Zöller, ZPO, § 750 Rn. 3 u. 4). Für die Frage, wer Partei eines Vollstreckungsauftrags ist, ist auch nicht allein die Parteibezeichnung ausschlaggebend, sondern auch deren Feststellbarkeit aufgrund anderer Umstände (BGH a.a.O., Rn. 21), auch aus dem vorangegangenen Verfahren. An diesen Erfordernissen war der Beschwerdesachverhalt zu messen.
5. Die Parteibezeichnung „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ (früher GEZ) ist unzutreffend; der Beitragsservice ist weder rechts- noch parteifähig und nicht Gläubiger der Forderung. Im verfahrenseinleitenden Antrag ist der Beitragsservice mit allen für ein gerichtliches Verfahren erforderlichen Daten angegeben. Lediglich am oberen Rand und in der Grußformel ist ohne weitere Angaben das Wort Südwestrundfunk angegeben. Dass der Beitragsservice hier Forderungen des Südwestrundfunks beitreibt, wird mit keinem Wort erwähnt. Auch ein Rückschluss vom Absender des Ersuchens auf den Gläubiger hilft nicht weiter. Als Absender ist zweifelsfrei derjenige anzusehen, dessen postalische Angaben aufgedruckt sind. Dies war der Beitragsservice. Im hier zu entscheidenden Fall taucht zudem auch das Wort „Landesrundfunkanstalt“ nicht auf; soweit der Bundesgerichtshof hieran die Konkretisierung des Südwestrundfunks anknüpft, fehlt vorliegend dieser Anknüpfungspunkt. Im Übrigen erscheint ein solcher Rückschluss fragwürdig, da der Name „Südwestrundfunk“ – anders als Hessischer Rundfunk oder Bayerischer Rundfunk, auch aus sich heraus keinen Rückschluss auf die Rundfunkanstalt eines Landes zulässt (16 Bundesländer, 11 Landesrundfunkanstalten, ein Deutschlandradio, 14 Landesmedienanstalten, ARD/ZDF als Nicht-Landesrundfunkanstalten, Deutsche Welle als nicht-beitragsbeteiligter öff. Sender). Das Vollstreckungsersuchen nimmt auch auf seiner Rückseite, auf der die Gesetzesfundstellen der Länder angegeben sind, keine Zuordnung bestimmter Regionen zu einer Landesrundfunkanstalt vor. So dürfte kaum ohne weiteres erkennbar sein, dass die zuständige Landesrundfunkanstalt für Bad Honnef der WDR, für Remagen dagegen der SWR in Stuttgart, für Osnabrück der NDR und für Münster der WDR oder für Salzwedel der MDR und für das erheblich südlicher gelegene Göttingen der NDR sein dürfte.
10 
6. Die Frage, wer Partei und Gläubiger ist, kann grundsätzlich auch aus den sonstigen Umständen entnommen werden (BGH a.a.O., Rn. 23). Solche Umstände wären dann ausreichend gemäß der Entscheidung des BGH gegeben, wenn - ohne den Datenblock des Beitragsservice - nur die dargestellten Worte „Südwestrundfunk“ und/oder die diesbezügliche Grußformel vorhanden gewesen wären. Dann hätte sich aus den Umständen, „Rundfunk“ und „Rundfunkbeiträge“, ergeben können, dass nur der Südwestrundfunk als Gläubiger und Partei gemeint sein konnte. Die Adressdaten wären ermittelbar gewesen.
11 
7. Vorliegend ist jedoch einerseits der Beitragsservice (mit allen erforderlichen Daten), andererseits der Südwestrundfunk (ohne Daten) erwähnt. Selbst nach einer berichtigenden Ergänzung (um jedenfalls die Anschrift) stünden im vorliegenden Fall auf dem Ersuchen dann zwei denkbare Gläubiger alternativ zur Auswahl: SWR und Beitragsservice. Wenn einer davon der richtige Gläubiger wäre, müssten somit weitere Umstände vorhanden sein, die dem Schuldner ein Ausscheiden des unzutreffenden und eine Auswahl des zutreffenden Gläubigers ermöglichen würden. Die Frage der Gläubigerstellung muss sich dabei insgesamt auch ohne materielle Prüfung aus der Bezeichnung beantworten lassen. Das Vollstreckungsgericht ist weder befugt noch in der Lage, zunächst selbst die materielle Prüfung vorzunehmen, wer Forderungsinhaber sein könnte, und aus dieser Prüfung dann die Gläubigerstellung herzuleiten.
12 
8. An derartigen Umständen fehlt es. Die Unklarheit in Bezug auf die Auswahl zwischen Südwestrundfunk und Beitragsservice ergibt sich auch aus folgenden - teils abstrakten, teils konkreten - Erwägungen:
13 
- Der Senat des Bundesgerichtshofs musste im zitierten Verfahren selbst erst durch aufwändige Aufklärung den (möglichen) einen Gläubiger (SWR, Anstalt d. ö. R.) ermitteln.
14 
- Der erfahrene Gerichtsvollzieher nahm vorliegend selbst – abweichend vom vom BGH entschiedenen Fall - fälschlich ausschließlich den Beitragsservice als Gläubiger an.
15 
- Ein - unproblematisch und ohne Mehraufwand anbringbarer - Vertretungs- oder Inkassozusatz fehlt. (Anders, d.h. mit Zusatz, dass im Auftrag des Hessischen Rundfunks gehandelt werde, VG Kassel, 22.6.2015, 1 L 677/15.KS).
16 
- Anders als beim Bayerischen Rundfunk sind die Adressdaten des Südwestrundfunks nicht angegeben (vgl. VG München, 19.9.2014, M 6a K 14.1156, LG Nürnberg 16 T 4208/14 v. 26.8.2014).
17 
- Der Beitragsservice schreibt gegenüber dem Gericht, obwohl nicht rechtsfähig, von „unserem Ersuchen“.
18 
- Der Beitragsservice suggeriert auf seiner Internetseite, die bei der Recherche herangezogen werden könnte, entgegen Angaben an anderen Stellen, rechtsfähig zu sein. (Angabe, Rechteinhaber – Copyright – zu sein).
19 
- Nicht einmal das primäre Zahlungsaufforderungsschreiben des Beitragsservice weist darauf hin, wer Gläubiger ist; dieser wird nicht mit einem Wort erwähnt (vgl. Musterschreiben http://www.rundfunkbeitrag.de/e175/e1581/Musterbrief.pdf).
20 
- Auch diverse Landgerichte nehmen aufgrund der falschen, zumindest unklaren Fassung der Ersuchen bei gleichartiger Sachlage falsche Gläubigerbenennungen ins Rubrum auf: „Beitragsservice“ (vgl. LG Hechingen, 3 T 62/14 v. 3.7.2014, ebenso LG Ellwangen, 1.8.2014, 1 T 131/14; nicht rechtsfähig), „Südwestrundfunk ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ bzw. „WDR ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ (vgl. LG Konstanz A 62 14/15 v. 16.2.2015 und LG Stuttgart 10 T 164/14 v. 11.3.2014 sowie LG Detmold, 1.8.2014, 3 T 108/14; in dieser Kombination nicht existent), „… Körperschaft d. ö. Rechts“ (LG Nürnberg 16 T 4208/14 v. 26.8.2014; um falsche Rechtsform ergänzt)
21 
- Die einzige einschlägige Kommentierung (Hahn/Vesting, Rundfunkrecht, 3. A. 2012), auf die auch der Bundesgerichtshof zurückgreift und die trotz des Umstandes, dass die Kommentierung durch eine Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin erfolgte, als wissenschaftliche Meinung mit besonderer praktischer Sachkunde angesehen werden kann, kommt hinsichtlich der Gläubigerstellung zum Ergebnis, dass Gläubigerin gerade nicht entsprechend der ständigen Rechtsprechung der Verwaltungsgerichte und nun auch des Bundesgerichtshofs die Landesrundfunkanstalt ist, sondern die Landesrundfunkanstalt zusammen mit dem ZDF, dem Deutschlandradio und der Medienanstalt (Tucholke, in Hahn/Vesting, Rundfunkrecht, 3. A. 2012, § 10 RBStV, Rn. 4). Ohne dass es hierauf dann noch ankäme, wird darauf hingewiesen, dass das Gericht im Rubrum entsprechend der BGH-Entscheidung noch eine mögliche Gläubigerstellung der Landesrundfunkanstalt ausweist. Für die abweichende Kommentierung von Tucholke zur Gläubigerstellung diesem Punkt spricht allerdings sowohl der klare Wortlaut von § 10 I RBStV als auch der Gesamtsystematik von § 10 RBStV, wonach in Abs. 1 der Gläubiger, in Abs. 2 die Inkassostelle bzw. der Empfangsberechtigte und in Abs. 5 die Vollstreckungsbehörde beschrieben werden.
22 
- Der Schuldner kann auch nicht auf andere Umstände, beispielsweise die Internetseite des Beitragsservice oder dessen dort herunterladbare Broschüre, zurückgreifen, aus denen sich die Person des Gläubigers ergeben könnte. Bei den dortigen Informationen finden sich Angaben zur Höhe und zum Schuldner, nicht aber zum Gläubiger (und auch nicht zur Vollstreckungsbehörde, die nur abstrakt erwähnt aber nicht näher bestimmt wird: „Die Vollstreckungsbehörde wird beauftragt …“). Explizit werden dagegen die Tätigkeiten des Beitragsservice dargestellt, ohne Hinweis darauf, für wen die Tätigkeit erfolgt: „Der Beitragsservice ... erhebt den Rundfunkbeitrag ...“; „Der Beitragsservice ... ist Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und zuständig für Fragen rund um den Rundfunkbeitrag.“; „Der Beitragsservice erhebt den Rundfunkbeitrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio ...“; lediglich bei den Kontonummern, die als mehrfach nachgeordnete Information sichtbar wird, tauchen neben einem allgemeinen Konto in Köln, Sitz des Beitragsservice, neun Rundfunkanstalten auf; für alle Kunden gilt jedoch bundesweit dieselbe Gläubigeridentifikationsnummer des Beitragsservice DE3000100000001272.
23 
9. Die Aufstellung zeigt, dass im vorliegenden konkreten Fall eindeutige Umstände, wie sie der Bundesgerichtshof verlangt (BGH a.a.O., Rn. 23), selbst dann in Bezug auf die Auswahl zwischen Beitragsservice und SWR nicht vorliegen, wenn das Ersuchen um die SWR-Daten ergänzt würde. Aus dem Ersuchen lässt sich der Gläubiger ohne intensive materielle Prüfung nicht ersehen. Insbesondere stellt auch die Grußformel kein eindeutiges Kriterium dar, nach dem der Südwestrundfunk zutreffend und der Beitragsservice unzutreffend erscheinen muss, da für dieselbe Forderung bei der Zahlungsaufforderung die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen Ihr Beitragsservice“ Verwendung findet. Eine wirksame Parteibezeichnung (als allgemeine Voraussetzung im Vollstreckungsverfahren, vgl. BGH a.a.O., Rn. 16) fehlt und ist auch den Umständen nicht zu entnehmen.
24 
10. Daneben leidet das vorliegende Vollstreckungsersuchen an einem durchgreifenden formalen Mangel: Das Vollstreckungsersuchen muss die Bezeichnung der Vollstreckungsbehörde enthalten (BGH a.a.O., Rn. 29). Die Bezeichnung muss so genau sein, dass zumindest der Gerichtsvollzieher als Adressat in die Lage versetzt wird, das Ersuchen einer Vollstreckungsbehörde, d.h. der Behörde, die den zu vollstreckenden Verwaltungsakt erlassen hat, zuzuordnen (BGH a.a.O.).
25 
11. Vorliegend enthielt das Ersuchen zwei denkbare Vollstreckungsbehörden: Den ohne weitere Angaben erwähnten Südwestrundfunk und den mit allen relevanten Daten versehenen Beitragsservice. Tatsächlich ist der Südwestrundfunk Vollstreckungsbehörde (§ 10 V RBStV). Im konkret vorliegenden Fall ist dieser gegenüber der massiven Dominanz des Beitragsservice so untergeordnet erwähnt, sodass nur profunde Kenntnisse von § 10 RBStV zur Identifizierung des SWR als Vollstreckungsbehörde führen. Aus der Sicht des konkreten Empfängers und dessen maßgeblicher objektiver Würdigung (vgl. BGH a.a.O., Rn. 31) war im konkreten Fall festzustellen, dass der Obergerichtsvollzieher als Adressat, gerade nicht in der Lage war, die Behörde zu bestimmen, sondern stattdessen den Beitragsservice als Behörde angenommen hatte,, wie gerichtsbekannt auch andere Gerichtsvollzieher. Da auch nicht angegeben ist, wer, d.h. welche Behörde, den dem Ersuchen zugrundeliegenden Verwaltungsakt erlassen hat, konnte auch dieser Umstand zur Ermittlung der Behörde nicht beitragen.
26 
Im Übrigen drängt sich gerade im Rundfunkbereich auch keineswegs die Behördeneigenschaft des „SWR“ auf. Nach außen hin tritt der „SWR“ bzw. treten die Landesrundfunkanstalten nicht anders auf als beispielsweise das ZDF oder RTL (alle mit Werbung, Vergütungen außerhalb der Besoldung im öff. Dienst, Programmstruktur). Dass in der Sendergruppe ARD, SWR, NDR, BR, ZDF, SAT1, 3SAT, RTL und arte sich zwar letztlich 7 öffentlich-rechtliche Sender, darunter nur 1 landesbezogene Landesrundfunkanstalt und 2 Mehr-Länder-Landesrundfunkanstalten, befinden, nur drei der genannten öffentlich rechtlichen Sender Behörden mit Beitragsfestsetzungsbefugnis sind und wiederum nur ein Teil davon zugleich – teilweise in Teilflächen des Sendegebiets - Vollstreckungsbehörde, kann schwerlich als offenkundig angesehen werden. Schließlich ist zu sehen, dass keineswegs zwingend die Landesrundfunkanstalt auch zugleich Vollstreckungsbehörde ist. Die gleiche Problematik betrifft auch die Gläubigerermittlung.
27 
12. Es fehlt somit aus tatsächlichen Gründen an der alternativlosen und für den Gerichtsvollzieher als Adressaten erforderlichen eindeutigen Erkennbarkeit der Vollstreckungsbehörde, was wiederum zur Aufhebung der angefochtenen Entscheidung führen musste.
28 
13. Auf die Frage, ob – wie bei allen anderen gesetzlichen Abgaben (Steuern, Gebühren, Beiträge) unabhängig von gesetzlicher Fälligkeit ein anfänglicher (originärer, primärer, die Abgabenhöhe mit Gründen und Rechtsmittelbelehrung festsetzender) Leistungsbescheid/Verwaltungsakt vor der Festsetzung von Säumniszuschlägen erforderlich ist (- vom BGH a.a.O. Rn. 49/53 verneint-), kam es danach nicht mehr an. Der Beitrag wird gesetzlich ab dem Zeitpunkt geschuldet, in dem die Voraussetzungen dafür vorliegen. Soweit § 12 I RBStV von „fällig“ spricht, ist systematisch nicht der Beginn des für die Beitragsschuld relevanten Zeitpunkts gemeint. Insoweit wurde durch den Beitragsstaatsvertrag lediglich im Rahmen des bestehenden öffentlich. rechtlichen Abgabenrechts formal ein Beitrag geschaffen, ohne dass damit die im öffentlich-rechtlichen Abgabenrecht durchgängig vorausgesetzte Bescheidsnotwendigkeit tangiert würde. Im Übrigen zeigt sich der Umstand, dass in § 7, 10 RBStV nur der Beginn der Beitragspflicht, nicht aber der verzugsrelevante Zeitpunkt der Zahlungsfälligkeit (§ 12 I RBStV) gemeint, schon im Staatsvertrag selbst: Zu zahlen sind die Beiträge erst in der Mitte eines Dreimonatszeitraums. Der Umstand, dass später rückständige Beiträge errechnet und zur Vollstreckung festgesetzt werden, hat damit nichts zu tun. Der originäre Bescheid hat die Aufgabe, klar zu definieren wer Gläubiger ist, wer Schuldner ist (- d.h. gegen welchen von mehreren Wohnungsinhabern der Bescheid sich richtet -), in welcher Höhe der Beitrag geschuldet wird, ob und aus welchen Gründen der Wohnungsbegriff erfüllt ist, wann ggf. fiktiv die Beitragspflicht beginnt (- ggf. bis zu 30 Tage vor Beginn der Wohnungsinhaberschaft -), wann (in der Mitte welchen Monats, drei Monate ab echtem oder fiktivem Einzug, Mitte der drei Monate oder Mitte des mittleren Monats(Z. B.: Einzug 28.2. = Beitragspflichtbeginn 1.2.; Dreimonatszeitraum 28.2. – 28.5. oder 1.2. – 30.4.; letzterer unterstellt: Mitte = 15.3. oder 16.3. (= Mitte des mittleren Monats) oder 16.3. oder 17.3. (= Mitte des Dreimonatszeitraums); das Beispiel zeigt, dass auch dieses Gesetz nicht ohne definierenden Bescheid für jeden Beitragspflichtigen selbsterklärend ist) -) und auf welches Konto (der Gläubigerin) schuldbefreiend bezahlt werden soll, alles versehen mit Begründung und Rechtsmittelbelehrung. Nicht anders verhält es sich bei jeder anderen öffentlich-rechtliche Abgabe (§§ 21, 32 Kommunalabgabengesetz, §§ 218 ff Abgabenordnung, § 27 Grundsteuergesetz für die Festsetzung für mehrere Schuldperioden). Erst infolge eines Festsetzungsbescheids werden der Gläubiger, Beitragshöhe und rechtliche Grundlage nebst Einordnung mit Rechtsmittelbelehrung unter Angabe der Überweisungsdaten benannt. Hiervon geht auch uneingeschränkt § 10 VI RBStV mit Verweis auf das Landesverwaltungsvollstreckungsgesetz aus. Die Systematik von §§ 13, 14 LVwVG bestätigt, dass bei wiederkehrenden Leistungen zunächst der Verwaltungsakt steht, dem eine Mahnung folgt; danach schließen sich ggf. ein Bescheid über offene Abgaben/Zuschläge als konkreter Titel und das Vollstreckungsersuchen als Ersatz für dessen vollstreckbare Ausfertigung an.
29 
Die Bundesregierung erläutert dies (VMBl 1957 S. 630) anschaulich: „Dem Schuldner ist zunächst ein Leistungsbescheid zu erteilen, in dem er zur Leistung aufgefordert wird. In dem Leistungsbescheid ist dem Schuldner bekanntzugeben, welche Leistung er schuldet. … Der Leistungsbescheid ist mit einer Rechtsmittelbelehrung zu versehen.“ Die vom Bundesgerichtshof vertretene Ansicht findet, was – ohne Wertung zumindest offenlegungswürdig erscheint - in der zitierten Literatur ausschließlich durch eine Mitarbeiterin der Beschwerdegegnerin bzw. ihrer Vorgängerin (Tucholke in Beck`scher Kommentar zum Rundfunkrecht) sowie nun in einer Anmerkung zum BGH-Beschluss durch Engelhart-Kehle und Seiß, ausweislich der Parallelakte Beitragsreferentinnen des verfahrensbetroffenen SWR, Rückhalt. Soweit in BVerfG, 1 BvR 829/06 auch noch eine Kommentierung durch Hermann/Lausen zitiert wird, stammt diese von einem Intendanten und einem Mitarbeiter des (vgl. http://www.urheberrecht.org/institut/members/) durch die Rundfunkanstalten unterstützten Instituts.
30 
Es wird abschließend vorsorglich darauf hingewiesen, dass es in diesem Verfahren nicht um die Verfassungsgemäßheit der Rundfunkfinanzierung geht, sondern lediglich um (formale) Fragen der Zwangsvollstreckung des konkreten Vorgangs (= konkretes Vollstreckungsersuchen) und die Frage, ob „wie bei jeder anderen Zwangsvollstreckungsmaßnahme“ (LG Detmold, 21.11.2012, 3 T 187/12) alle formalen Voraussetzungen vorliegen, basierend auf bis 2014 verwendeten Bescheids- und Antragsmuster der Gläubigerin.
31 
Die Kostenentscheidung beruht auf § 91 ZPO.

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Kommentare: 13
  • #1

    Christoph (Donnerstag, 24 September 2015 21:09)

    Hallo Mara,
    besten Dank für das Update!
    Ich hab das Urteil direkt unter meine Vorlage kopiert und an den Beitragsservice gemailt.
    Der Beitragsservice hat leider seinen Email Service seit ca. 2 Monaten eingestellt.
    Die Adresse impressum@rundfunkbeitrag.de funktioniert und sendet auch weiterhin Empfangsbestätigungen!
    (Tipp für alle die einen Auto Mailer verwenden)
    Die Autoantwort vom Beitragsservice:
    Aufgrund der vielen Anfragen, die uns jeden Tag erreichen, verlängert sich leider die Antwortzeit. Wir entschuldigen uns und bitten um Ihr Verständnis. Für Sie entsteht durch eine von uns gegebenenfalls verursachte Verzögerung kein Nachteil.

    Christoph

  • #2

    Don Fraggle (Freitag, 25 September 2015 10:45)

    Hi Mara, vielen Dank für den Hinweis. Das LG Tübingen scheint hier die Speerspitze des Widerstands zu sein :-) Weiterhin standhaft bleiben! VG Don Fraggle

  • #3

    maras-welt (Freitag, 25 September 2015 11:07)

    @Don Fraggle:
    Das hast Du schön erkannt :-) Es scheint wirklich so zu sein. Mich würde interessieren, ob es immer der gleiche Richter ist!

  • #4

    Ajdo (Dienstag, 29 September 2015 20:39)

    Hallo Mara,
    vielen Dank das du diesen Beitrag gemacht hast. Er gibt einem wieder Hoffnung und Mut, dass man sich doch noch aus dieser ganzen "Sache" hier befreien kann oder einen Ausweg findet.
    Ich komme aus Hessen und der Gerichtsvollzieher war vor 3 Tagen bei mir und hat mir eine Zwangsvollsträkung hinterlassen! Mit einer Frist von 2 Wochen soll ich die "Schuld" begleichen.
    Meinst du es ist sinnvoll mit diesem Urteil in einem Wiederspruchsschreiben dagegen vorzugehen?

    Vielen Dank.

    Schönen Gruß,
    Ajdo

  • #5

    maras-welt (Mittwoch, 30 September 2015 13:50)

    @Ajdo:
    Achtung, dieses Urteil ist eine Einzelfallentscheidung!!! Du kannst es gerne dafür verwenden, um den GV darüber zu informieren, dass die "GEZ" ein rechtswidriger Saftladen ist und korrupt bis in die kleinste Ritze.
    Von einem Widerspruch rate ich Dir ab. Eine Zurückweisung wäre sinnvoller.
    Ich war vor ein paar Tagen bei "meinem" OGV und habe ihn aufgeklärt. Er hat meinen Fall jetzt in einer Sonderakte an das Gericht zur Entscheidung weitergegeben. Jetzt bekommt er eine Kulanzmitteilung von mir. Er hat es wohl nicht verstanden und denkt, er habe sich so seiner Verantwortung entzogen - hat er nicht. Mal schauen wie es weitergeht.

    Fakt ist, dass jeder Fall ein Einzelfall ist und jeder GV anders reagiert. Die einen ziehen sich zurück, die anderen wollens wissen und schöpfen ihre ganzen Möglichkeiten aus, in dem Glauben, sie handeln rechtens. Korruptes System eben. Was soll man machen.

    Häng Dich doch mal in die Materie rein, dann weißt Du wenigstens um was es geht und kannst zumindest gut argumentieren. Ich finde es lohnt sich.

  • #6

    Heiko (Montag, 05 Oktober 2015 17:07)

    Hallo !
    Ich habe heute eine Vollstreckungsankündigung bekommen !! Wie verhalte ich mich !! Habe mich sonst auch auf das Tübinger Urteil berufen, wurde aber immer ignoriert !

  • #7

    maras-welt (Montag, 05 Oktober 2015 17:21)

    @Heiko:
    Auch Dir kann ich nur raten, Dich in die Materie einzulesen. Ihr müsst verstehen, um was es geht. Niemand kann Dir in zwei Sätzen erklären, wie Du Dich verhalten sollst, zumal jeder Fall ein Einzelfall ist, auch das Tübinger Urteil ist eine Einzelfallentscheidung, deshalb greift es nicht. Die wissen das.
    Sei Dir bewusst, dass Du mit jeder Gegenwehr an des GVs Stuhl sägst. Das wird sich kaum einer gefallen lassen, schließlich leben sie davon. "Wes Brot ich ess, dess Lied ich sing!"
    In Sachen "GEZ" hat jeder seinen eigenen "Kampf" zu kämpfen.

    Ich wünsche Dir, in allem was Du tust, viel Glück und viel Erfolg!

    Ganz LG
    mara

  • #8

    Anna (Dienstag, 06 Oktober 2015 14:53)

    Hallo,
    habe begeistert die gelesen was hier so geschrieben wurde. Mein Problem ich habe seit es den Beitragservice gibt keinen eigenen Verdienst hatte außer für 6 Monate ein Praktikantengehalt beim SWR ; P und habe dies der GEZ auch schon mehrfach mitgeteilt.
    Trotzdem kommen immer neue Rechnungen und nun auch der GV. Auch diesem habe ich mitgeteilt, dass ich keinen Verdienst hatte und wenn dann unter dem Existenzminimum und alles was ich bekommen habe ist eine Vorladung zur Vermögensauskunft.
    Was mache ich da am besten wenn ich partout nur auf taube Ohren stoße?
    Würde gerne klagen, aber gegen wen und wie?
    Wäre total dankbar für weiterführendes Infomaterial in dieser Richtung, wie ich wo gegen wenn klagen kann und soll.

    Liebe Grüße Anna

  • #9

    maras-welt (Mittwoch, 07 Oktober 2015 19:55)

    @Anna:
    Auch wenn es Dir im Moment nicht weiterhilft und wahrscheinlich oberflächlich betrachtet sehr unbefriedigend scheint, lies Dir bitte diesen Artikel durch:
    http://www.maras-welt.de/2015/10/06/gez-das-problem-ist-die-ignoranz-und-das-negieren-von-tatsachen/
    Vielleicht hilft er Dir ja doch.
    Ganz LG
    mara

  • #10

    Petra (Montag, 21 Dezember 2015 15:33)

    Hallöchen,

    ich muss mich mal zu Nr. 16 des "Beschlusses" äußern. Mir liegt nämlich ein sog. "Vollstreckungsersuchen des BR" vor. Da ist nix mit "richtiger" Adresse. Hier steht rechts
    Postanschrift
    Bayerischer Rundfunk
    c/o ARD ZDF Deutschlandradio
    Beitragsservice, 50656 Köln

    Und das soll nu eine "gesetzlich korrekte" Adresse für ein "gesetzlich korrektes Vollstreckungsersuchen" sein?
    Was meint ihr dazu?
    Ich verzweifle mittlerweile auch schon fast wegen dieser Ignoranz. Aber Dein Artikel hierüber ist sehr passend.
    Ja, dann "kämpfen" wir mal weiter. Nicht unterkriegen lassen. Nur gemeinsam sind stark und es müssen viel viel mehr Menschen werden.

    Herzliche Grüße sendet Petra

  • #11

    wakan (Mittwoch, 06 Januar 2016 12:44)

    hallo mara,
    danke für den Artikel..........................ABER..................die GEZ handelt nach "regulären" Gesetzen!!!!!!!!!!!!!
    Nur diese sind uns nicht bekannt bzw. den meisten unbekannt. nach BGB handeln wir alle nach Verträgen und daher haben wir konkrete Vereinbarungen laut Gesetz. nur hier gibt es nur Vermutungen für die wir bezahlen müssen. Und das ist das ttip etc. Handelsrecht, da reichen nur Mutungen. es besteht kein recht mehr auf Gesetze. es gibt einen weg daraus, der wird nur ne hier dargestellt. bei guten Recherchen kannst du es auch selbst finden.
    schau mal unter upik.de links bei den agbs unter seite 44 nach.............der rest erschließt sich hoffentlich dann.
    wakan

  • #12

    maras-welt (Donnerstag, 07 Januar 2016 12:18)

    @wakan:
    Ich weiß um das Handelsrecht. Ich weiß auch, dass sie privatrechtlich handeln, weil sie schon längst zwangsvollstreckt sind. Leider erwischst Du niemanden bei der "GEZ", der die Verantwortung übernimmt. Außer den Wolf vielleicht, aber der schirmt sich so ab, dass man an ihn auch nicht rankommt.
    Das Problem ist, dass sie sich nach außen hin konsequent an ihren sogenannten "Staatsvertrag" halten. So können sie die ganzen Erfüllungsgehilfen einsetzen, die in aller Regel nichts von alledem wissen. Und wenn wir uns dazu äußern, naja, da möchte ich nur auf das Handbuch "Reichsbürger" verweisen:
    http://www.maras-welt.de/2016/01/06/handbuch-reichsb%C3%BCrger-gehirnw%C3%A4sche-f%C3%BCr-verwaltungsangestellte/
    Bei den ganzen Urteilen wird lediglich deutlich, dass da was nicht stimmt. Und das ist gut so.

  • #13

    wolfgang koehler (Dienstag, 26 Januar 2016 21:21)

    seid gegrüsst alle,
    bei dem Tübinger Beschluss vom 09.09.2015 wird deutlich, dass das Vorgehen der Firma Beitragservice nicht nur formalrechtlich die Gesetzeskonformität nicht einhält. Der "Schuldner" wird bewusst getäuscht darüber, dass es sich bei dem Beitragservice um ein nicht rechtsfähiges Inkasso-Unternehmen handelt und nicht um eine Behörde.
    (Anm.: es sei darauf hingewiesen, dass die Einwohnermeldeämter dieser Firma gegen BEZAHLUNG!!! unsere Meldeadressen herausgeben, was den Bestimmungen des Datenschutzes zuwider läuft und als Klagedelikt strafbewehrt ist)
    Jede Firma darf einem Kunden mit Zahlungsrückstand mitteilen, dass bei weiterer Säumigkeit der Rechtsweg beschritten wird mit der Konsequenz unterschiedlicher Massnahmen (GV, Pfändung von Einkommen bis zum gesetzlich vorgegebenen SELBSTBEHALT, Kontopfändung (nur Girokonto), Offenlegung des Vermögens).
    Diese Massnahmen bedürfen der Obliegeheit der zuständigen Gerichte. Mahnbescheide und Vollstreckungsbescheide werden immer förmlich zugestellt unter der Nennung der Geschäftsnummer des jeweiligen Gerichts. Diese identische Geschäftsnummer muss auch in der Akte des GVs erkennbar, resp. nachweisbar sein.
    Grundsätzlich immer sollte die von der Firma Beitragservice bedrohte Person schnellstens ihr Girokonto in ein sogenanntes P-Konto umwandeln. Der immer grösser werdende Personenkreis der Geringverdiener, Leiharbeiter und Arbeitnehmer mit Werksverträgen sei darauf hingewiesen, dass es nicht genügt, der geldgierigen Inkassofirma Verdienstbescheinigungen zu übersenden, auch dann nicht, wenn das erzielte Einkommen unter dem Selbstbehalt liegt. Diese Verdienstnachweise werden ignoriert. Akzeptiert werden nur
    amtliche Nachweise über den Bezug von Grundsicherung. Bei der Übersendung (immer per Einschreiben) sollte auch der vollständig ausgefüllte Antrag (auch hier wird wieder der Eindruck erweckt, bei dem Adressaten handele es sich um eine Behörde) auf GebührenBEFREIUNG!?!? beigefügt sein.
    Wer das aus irgend einem Grund nicht macht, dem bleibt nur, anzufragen wo der Beitrag in bar einzuzahlen ist.
    Sollte sich ein Geldinstitut finden, das von der Firma autorisiert wurde, solche Zahlungen zur Weiterleitung anzunehmen, muss gezahlt werden, allerdings abzüglich der Gebühr,die die Bank für diesen Vorgang erhebt.
    Sicherer ist aber der- wie vor- beschriebene Weg. Es sollte immer daran gedacht werden, dass es sich bei der Firma Beitragservice um das wohl umsatzstärkste Inkassounternehmen im Land handelt mit verfilzten Strukturen bis in unsere Judikative und so auch mit grosser Macht ausgestattet ist.
    mfG wolfgang