Mein freudiger Abschied von Silvester als Neujahr - NIE WIEDER!!!


Bye, bye, Silvester - war`ne schlafraubende Zeit mit Dir!!!
Bye, bye, Silvester - war`ne schlafraubende Zeit mit Dir!!!

Man soll ja niemals NIE sagen, aber in manchen Fällen bin ich mir meiner Sache so sicher, da kann ich das schon mal guten Gewissens verkünden.

 

NIE WIEDER SILVESTER!!! Das habe ich mir nun endgültig vorgenommen. Dafür hat es allerdings noch dieses eine letzte Mal gebraucht. Es war toll, keine Frage, aber das lag nicht an Silvester sondern an der Gesellschaft, mit der ich "feierte".

 

Jetzt, die Tage danach, kam die große Ernüchterung und die Erkenntnis, dass dieses "Fest" für mich absolut gar nichts mit einem Jahreswechsel zu tun hat.

Doch woran liegt das? Was hat mich zu dieser Erkenntnis gebracht?

 

Das Gefühl, dass sich für mich am nächsten Tag überhaupt gar nichts verändert hat und auch nicht am zweiten, dritten, vierten oder fünften Tag danach - außer dass jetzt die ganzen Jahresrechnungen reinschneien und ein paar Pseudogesetze in Kraft treten. Ich hab nicht mal einen Monat danach das Gefühl, das Jahr hätte von Neuem begonnen. Das Wetter ist genau so trist wie zuvor. Zwar werden die Tage nun länger, aber so richtig erhellend ist es immer noch nicht. Sobald ich aus dem Fenster schaue, habe ich das Gefühl, die Natur schläft noch immer. Sie hat von dem ganzen Gedönse um das neue Jahr überhaupt nichts mitbekommen. Völlig unbeeindruckt schläft sie weiter und bereitet sich auf ihr großes Erwachen im Frühjahr vor.


Silvester - ein Gedenktag für einen längst verstorbenen Papst

"San Silvestro" - Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Comm
"San Silvestro" - Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Comm

All die Jahre, an denen ich Silvester feierte, habe ich mich nicht einmal gefragt: Warum feiern wir das eigentlich? Für mich war bisher immer  nur das Datum ausschlaggebend. Der 31. Dezember ist der letzte Tag des Jahres, danach folgt eine neue Jahreszahl, also Jahreszahlenwechsel. Ende der Erklärung. Im Übrigen kannte ich es einfach nicht anders. Von klein auf haben alle in meinem Umfeld (Familie, Freunde - einfach alle) jedes Jahr Silvester gefeiert. Immer nach dem gleichen Muster und mit den gleichen Traditionen. Ich hab das bisher nie hinterfragt - bis heute.

 

Jetzt stell` ich Fragen: Woher stammt dieses Datum? Wer hat festgelegt, dass genau an diesem Tag das Jahr endet?

 

Die Römer waren`s.

 

Das Datum des 1. Januars als kalendarischer Jahresanfang stammt aus dem Jahre 153 v. Chr.. Doch erst ab der frühen Neuzeit setzte sich der 1. Januar im Westen mehr oder weniger allgemein durch, im Osten erst ab dem frühen 18. Jahrhundert. Soviel zum Datum.

 

Weiter: Warum heißt Silvester bei uns (überwiegend) Silvester?

 

Das haben wir dem Tod des netten Herren auf der Statue im Bild zu verdanken. Also nicht ihm, aber seinen Anhängern und denen, die meinten, man müsste seinem Tod ewig gedenken - auch wenn es keiner so richtig weiß:

 

Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester (deutsch ‚Waldmensch‘, von lateinisch silva ‚Wald‘) geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals verlegte die Gregorianische Kalenderreform den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember auf den 31. Dezember, den Todestag des Papstes Silvester I. († 31. Dezember 335). Der Liturgische Kalender führt den Tag seit 813 auch als dessen Namenstag.

[Wikipedia]

 

Nicht nur einmal eingeführte Steuern werden wir nicht mehr los, nein, auch einmal beschlossene Gedenk- und Feiertage scheinen ein Ding für die Ewigkeit zu sein.

 

Ich bin mir sicher, der gute Silvester hat nichts dagegen, wenn ich seinem Gedenken, für mich persönlich, ein Ende setze. Jetzt da ich weiß, was dieser Tag für eine Bedeutung hat, fiele es mir sowieso umso schwerer da noch mitzumachen. Vorher ging das ja noch, da ich der Meinung war, es handele sich nur um den Beginn eines neuen Jahres, der für mich allerdings nie so richtig einer war - außer im Kalender.

 

Silvester, Neujahr - Ursprung, Geschichte und Bedeutung


Der Frühling ist mein neues Neujahr

Der Frühling ist für mich der Beginn von etwas Neuem. Eine Geburt, ein Wiedererwachen. Dann, wenn alles aus seinem Winterschlaf erwacht, sich reckt und der Sonne entgegenstreckt. Es ist als hätte Mutter Erde einen Wecker gestellt und alle wachen nacheinander auf.

 

Sicher gibt es auch in der Natur Langschläfer, aber auch die schlafen durch. Nicht wie an Silvester, das ist für mich wie ein unangenehmes Aufrütteln mitten in der Nacht. Da will ich noch nicht geweckt werden. Der Winter ist die Zeit der Stille und der Ruhe, der Insichkehrung, eine eremitische Phase. Der Frühling dagegen ist für mich der Beginn eines gutgelaunten neuen Jahreszyklus.  

Mit Silvester will man uns weismachen, dass ab dem 1. Januar das Glück in den Startlöchern steht und nur darauf wartet loszulegen. Ab dem Ersten wird alles besser. Ab dem Ersten sollen wir glücklicher, gesünder, erfolgreicher sein, ob wir wollen oder nicht. Da mach ich nicht mehr mit. In Zukunft schlafe ich an Silvester weiter, solange, bis der Frühling mich weckt.


Es gibt so viele Alternativen...

Ich verbünde mich mit der Natur und wechsle zur Frühlingstagundnachtgleiche
Ich verbünde mich mit der Natur und wechsle zur Frühlingstagundnachtgleiche

...da nehm ich doch meine.

 

Bei meinen Recherchen bin ich auf zig Neujahrsdaten, -bräuche, -traditionen usw. gestoßen. Von religiösen bis hin zu ganz alten Ursprüngen finden wir alles. Da ist es nicht einfach, sich etwas rauszusuchen.

 

Deshalb hab ich mich entschieden, mich an die Natur zu halten und den astronomischen Frühlingsanfang bzw. die sogenannte Frühlingstagundnachtgleiche als meinen Neujahrsbeginn zu feiern.

 

Die Frühlingstagundnachtgleiche, der Beginn des Frühlings, fällt jedes Jahr zwischen den 20. und 23. März. Die Abweichung entsteht infolge des Unterschieds zwischen dem aktuellen astronomischen Ereignis und unserem Kalender. Wie ich dieses für mich neue Jahr dann letztendlich feiere, dass wird sich noch zeigen. In jedem Fall nicht mit Feuerwerk und Sekt.

 

Mein Neujahr steht also noch bevor. Bis dahin schlaf ich erst mal weiter. Gute Nacht und süße Träume :-)


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Kommentare: 15
  • #1

    Kalimohan (Sonntag, 03 Januar 2016 21:43)

    Willkommen zurück im Kreislauf der Natur!

    Mich hat an Silvester immer genervt, dass mich einige Leute schon im September gefragt haben, was ich denn zu Silvester mache. Für die Menschen im Mainstream ist das ein wichtiges Datum, obwohl alle mehr oder weniger immer etwas ähnliches tun, wenn es alle anderen auch tun. Soll mir recht sein, denn alle sollen tun was ihnen Spass macht (solange es niemand anderen schadet). Ich selbst habe auch schon diese Tage in Israel verbracht, wo Silvester ein normaler Tag ist.

    Auch im antiken Rom hat früher das Jahr mit dem März begonnen, bis sie es auf Januar umgestellt haben. Das kann man sogar einfach an den Namen der Monate erkennen (Sextilis = August = 6. Monat, September = 7. Monat, October = 8. Monat, November = 9. Monat, December = 10. Monat). Nichts anderes heissen diese Monatsnamen. Der Sextilis wurde von Octavian, diesem widerlichen Parvenu, umbenannt.

    Spring Equinox macht tatsächlich mehr Sinn als Jahresbeginn und Wendepunkt zu feiern und das wurde auch immer so gehalten, bevor die Christen alle möglichen Feiertage verändert, verboten und umgedeutet haben. Es ist auch im Einklang mit der Natur. Auch Samhain/Halloween am 31. October ist ein Wendepunkt im Jahr.

    Es freut mich, dass Du es genau analysiert hast und für Dich auch zu diesem Ergebnis gekommen bist, liebe Mara.

  • #2

    Hermann (Sonntag, 03 Januar 2016 22:50)

    Ja, so ist das liebe Mara,
    wenn man alles festlegt, festschreibt, verankert wie in Stein gemeisselt.
    Ich hab ja geschrieben, dass ich nicht nach Prag fuhr und deshalb blieb im buddhistischem Zentrum Landau, von da ich per Stream die Rede unseres Lehrers sah.
    Und weißt du was, Mara, mich hat das Sylvestergetue auch nicht besonders interessiert. Ich bin gar nicht auf die Straße, wollte meine Ohren nicht belasten. Ich dachte nur, und wer macht dann den Müll weg? Auch Tage danach, sieht man noch die Spuren und manches bleibt unsichtbar für sehr lange in der Umwelt liegen, weil sich keiner dafür verantwortlich fühlt, bis auf meine Wenigkeit, weil ich mich bücke.
    Ich freue mich auch schon auf den Frühling und würde auch bis dahin am liebsten weiterschlafen wie es die Tiere tun.
    Soll ich dich dann aus dem Dornröschenschlaf küssen?
    Wünsche dir eine gute Nacht
    Hermann

  • #3

    Hermann (Montag, 04 Januar 2016 09:53)

    Ja Mara, so ist das mit dem festschreiben, verankern der Ereignisse in unsere Gesellschaft. Alles wie in Stein gemeißelt.
    Für mich ist das auch nur ein Tag wie jeder andere. Aber was schön ist, meine Mutter (86) hat an diesem Tag Geburtstag.
    Übrigens fuhr ich nicht nach Prag, sondern blieb hier und schaute es mir per Livestraem in unserem buddhistischem Zentrum Landau, an.
    Und weist du was, als es los ging, blieb ich im Haus, mochte meinen Ohren dem Lärm nicht aussetzen. Die Feuerwerksbilder in Prag waren viel schöner.
    Ja, ich würde auch lieber bis zum Frühling durchschlafen, wie es manche Tiere tun. Soll ich dich dann am Frühlingstag aus dem Dornröschenschlaf wachküssen? Mara.
    Ich freue mich schon auf den Frühling. In diesem Sinne
    Lg Hermann

  • #4

    maras-welt (Montag, 04 Januar 2016 10:51)

    @Kalimohan:
    Tja, manchmal braucht es etwas Zeit um auf gewisse Dinge zu kommen. Eines nach dem anderen :-)
    Über das Samhain-Fest habe ich mich auch informiert. Diese Option lasse ich mir noch offen, klingt aber auch gut.

    @Hermann:
    Mir ging es auch primär um die Gesellschaft. Wir haben Silvester als Anlass genommen um uns alle mal wieder sehen zu können. Silvester hat mich noch nie so richtig gereizt.
    Das mit dem Wachküssen lassen wir mal lieber, das überlasse ich meinem kleinen Prinzen, der macht das ganz gut :-)

    Liebe Grüße an Euch
    mara

  • #5

    Andi (Montag, 04 Januar 2016 12:24)

    Hallo Mara,

    Ich halte von Silvester nichts besonderes. Es ist wie ein Normaler Tag.
    Frühling ist für mich auch wie ein neues Jahr.

    LG
    Andi

  • #6

    maras-welt (Montag, 04 Januar 2016 13:48)

    Hallo Andi,
    dann haben wir alle den Jahreswechsel noch vor uns - freu mich schon drauf :-)
    LG
    mara

  • #7

    Karin (Montag, 04 Januar 2016 14:18)

    ich finde deine Idee gar nicht so verjkehrt- denn ich denke ähnlich wie du und kann mit Silvester auch nicht allzuviel anfangen - und das wird von Jahr zu Jahr schlimmer als lasst uns das Jahr da beginnen wo es beginnen möchte im Frühjahr

  • #8

    maras-welt (Montag, 04 Januar 2016 14:39)

    Liebe Karin,

    das ist ja echt toll! Wir werden offensichtlich immer mehr :-)
    Wenn ich es nicht vergesse, werde ich im Frühling einen Aufruf zur Frühlingstagundnachtgleiche starten.
    Mal schauen, wie viele daran teilnehmen.
    Verschieben wir den Jahresbeginn einfach, daran kann uns niemand hindern!!!

    LG
    mara

  • #9

    Gaby (Dienstag, 05 Januar 2016 10:17)

    Sonnenlicht ist Informationsträger!
    Wer will uns davon ablenken?
    Warum fängt wohl der Mittelpunkt des Vatikans das Licht der Frühlingstagundnachtgleiche ein?
    Vision:
    Unsere neue bevorstehende Wirklichkeit könnte ein herrlich grüner Planet sein, auf dem an heiligen Orten während der Sonnenwende, der TagundNachtGleichen und den wichtigen Mondphasen gemeinschaftliche Feierlichkeiten begangen werden... (falls es da noch einen Mond gibt).
    In dieser neuen Welt haben wir telepathische Fähigkeiten und sind Seher. Wir verstärken die natürlichen Kräfte – die Natur – unseres Planeten, statt ihn mit künstlichen Dingen vollzustopfen.

  • #10

    maras-welt (Dienstag, 05 Januar 2016 10:29)

    Liebe Gaby,
    ich bin mal wieder voll und ganz bei Dir :-)
    Offensichtlich habe ich einen Zahn der Zeit getroffen, denn dieser Artikel hier steht seid seiner Einstellung unangefochten auf Platz 1. Der Wunsch nach Naturverbundenheit ist groß und wird seine Erfüllung finden - davon bin ich überzeugt.
    Ganz LG
    mara

  • #11

    Katharina (Dienstag, 05 Januar 2016 19:36)

    Liebe Mara,
    die Newsletter mit all ihren Beiträgen von Dir lese ich immer mit sehr großem Interesse. Endlich Themen, die wirklich berühren und wahr sind.

    Ergänzend zum Neujahrsbericht möchte ich noch hinzufügen: Die Natur hat bei mir in dieser Nacht "nicht geschlafen" sonder war in hellster Panik. Die Vögel waren völlig verstört am ersten Neujahrstag, einer ist taub geworden, ein anderen an den giftigen Gasen erstickt. Ich stelle hier eine Veränderung fest, die sich jedes Jahr mehr und mehr verstärkt. Wie kann der Mensch so egoistisch sein? Wofür? Spaß ist vergänglich, Freude bleibt bestehen - und nur mit ihr lässt sich aufbauen. Manchmal ein schweres Unterfangen, man kann nur Vorbild sein und aufklären

    Mit lieben herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Dich und für 2016
    Katharina

  • #12

    maras-welt (Dienstag, 05 Januar 2016 20:14)

    @Katharina:
    Danke, für die Blumen :-)
    So gesehen, kann ich Dir nur zustimmen. Die ganzen Nichtbeteiligten, wie Tiere, alte Menschen oder Kriegsopfer können absolut nicht beruhigt weiterschlafen.
    Können wir nur hoffen, dass die Menschen in Zukunft etwas einsichtiger werden und es bald vielleicht nur noch Feuerwerkszonen gibt, wo niemand dabei gestört wird. Wir wollen ja niemandem das Feiern wegnehmen, da wäre ein Kompromiss angesagt.
    Dir auch alles gute für`s neue Jahr, welches bei mir ja erst noch kommt :-)
    Ganz LG
    mara

  • #13

    Linda (Dienstag, 01 März 2016 19:51)

    Das Neujahr steckt in den Startlöchern...
    Der Boden ist teilweise noch mit Schnee bedeckt, aber wenn man sich die Bäume, Sträucher und Wiesen genau anschaut, setzt sich überall schon ein wenig Frühling durch.
    Das ist die schönste Zeit im Jahr für mich. Ein Neuanfang, den ich mit zunehmend Alter bewusster und intensiver genieße.
    Der Frühling macht alles schöner frischer und leichter.
    Die Bärlauch Zeit beginnt bald, die Sonne hebt das Gemüt in die Lüfte, man kann sich die ersten warmen Sonnenstrahlen auf den Pelz brennen lassen.
    Ich liebe es einfach.

  • #14

    maras-welt (Mittwoch, 02 März 2016 09:47)

    @Linda:
    Ich liebe den Frühling auch sehr... da geht mein Herz auf :-)
    Der Winter ist für mich eine Zeit der Insichkehrung. Währenddessen kann man wunderbar alte Muster auflösen, bei sich sein und Visionen für`s Kommende schaffen. So gesehen hat der Winter trägt der Winter auch seine Perle in sich.

  • #15

    Linda (Mittwoch, 02 März 2016 09:58)

    @Mara
    Ja, unbedingt. Jede Jahreszeit ist für sich besonders. Aber mit dem Frühling kann keiner der anderen
    "mithalten".
    Die Zeit der Insichkehrung kann sich langsam verabschieden ;)
    Mir fehlt die Sonne so sehr. Ich bin bereit für das Neue :)